Durch den Klimawandel häufen sich weltweit extreme Wetterereignisse. Werden Produktionsanlagen im Ausland durch Stürme und Überschwemmungen beschädigt oder kommt es zu Ernteausfällen, kann auch die Schweiz indirekt davon betroffen sein, da es zu verzögerten und ausbleibenden Lieferungen von Gütern oder Dienstleistungen kommen kann, diese im Preis steigen oder ihre Qualität schwankt.
Das Projekt «Globale Auswirkungen des Klimawandels auf die Schweiz» liefert erste Erkenntnisse darüber, wie die Schweizer Produktionsketten heute und in Zukunft indirekt von Stürmen und Überschwemmungen in anderen Ländern betroffen sein könnten. Die Ergebnisse ermöglichen es, die indirekten Auswirkungen abzuschätzen und Risiken zu erkennen. Wegen der beschränkten Datengrundlage, der getroffenen Annahmen und Unsicherheiten in der Modellierung sind sie aber als Abschätzung möglicher Auswirkungen zu verstehen und nicht als präzise Vorhersagen.
Das Projekt bietet einen wissenschaftlich fundierten Einblick in die grösseren Zusammenhänge und sensibilisiert dafür, auch indirekte Abhängigkeiten vom weltweiten Klimawandel zu berücksichtigen.-- Samuel Brown, CelsiusPro
Welche Herausforderungen kommen auf uns zu?
Der Klimawandel hat vielfältige physikalische Auswirkungen: steigende Temperaturen, Anstieg des Meeresspiegels, häufigere und stärkere Extremereignisse wie Starkniederschläge, Dürren, Waldbrände und Stürme. Sie verursachen Schäden an Infrastrukturen sowie Anbau- und Nutzflächen und unterbrechen Lieferketten, was zu kritischen Versorgungsengpässen und finanziellen Verlusten führen kann.
In einer globalisierten Wirtschaft sind die Auswirkungen weit über die direkt betroffenen Regionen hinaus zu spüren. Störungen in einem Teil der Welt können eine Kaskade indirekter Auswirkungen auslösen, die Lieferketten, Handelsströme und die wirtschaftliche Stabilität weltweit beeinträchtigen.
Aufgrund der starken Abhängigkeit der Schweiz vom internationalen Handel sind diese indirekten Auswirkungen von potenziell grosser Bedeutung. Sie zeigen sich zum einen durch Produktionsverluste aufgrund ausbleibender oder verzögerter Lieferungen von Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen aus dem Ausland, zum anderen durch geringere Nachfrage in betroffenen Absatzmärkten.
Der Zusammenhang zwischen den Ursachen im Ausland und den Auswirkungen in der Schweiz sind nicht immer unmittelbar ersichtlich. Die starke Einbindung der Schweiz in den internationalen Handel und ihre Abhängigkeit von kritischen Importgütern wie Energie, Nahrungsmitteln und Rohstoffen unterstreichen die potenziell weitreichenden Folgen klimabedingter Störungen im Ausland.
Im Vergleich zur gesamten Wirtschaftsleistung der Schweiz erscheinen die modellierten Verluste durch die indirekten Auswirkungen des globalen Klimawandels als gering. Doch für einzelne Branchen können sie aufgrund von spezifischen Abhängigkeiten in der Lieferkette und Anfälligkeit gegenüber Klimagefahren erheblich sein.
Betroffen können beispielsweise die Landwirtschaft, der Tourismus und die Finanzdienstleistungen sein. Sie sollten die indirekten Auswirkungen in den jeweiligen Anpassungsstrategien berücksichtigt, um die (globale) Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden.
Erkenntnisse und Ergebnisse
Die Einflüsse des Klimawandels auf die Schweizer Wirtschaft und Versorgungssicherheit sind vielfältig. Auf den Unterseiten werden die Folgen von Wetterereignissen (Flussüberschwemmungen, Winterstürme und tropische Wirbelstürme) sowie des Meeresspiegelanstiegs auf die vorgelagerten Lieferketten der Schweiz (also zugelieferte Güter und Dienstleistungen) betrachtet.
Ergebnisse
Welche Branchen sind am stärksten betroffen und wie entwickeln sich Produktionsverluste bis 2060? Welche Klimarisiken verursachen die grössten Störungen in internationalen Lieferketten? Dieser Teil zeigt die Ergebnisse und die Handlungsempfehlungen auf.
Zum Inhalt
Fallstudie China
China ist einer der wichtigsten Handelspartner der Schweiz – und gleichzeitig besonders stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Die Fallstudie betrachtet die potenziellen Effekte auf die Schweizer Branchen.
Zum Inhalt
Meeresspiegelanstieg
Viele Handelspartner der Schweiz sind als Küstenstaaten vom Anstieg des Meeresspiegels betroffen. Dieser Teil skizziert die möglichen Auswirkungen in den Küstenstaaten und die indirekten Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft.
Zum Inhalt
Downloads
Die umfassenden Ergebnisse des Projekts, Interpretationen sowie Ausführungen zur Methode sind im Schlussbericht zusammengefasst:
Weiterführende Links
- Studie "Klima-Risikoanalyse für die Schweiz 2025", BAFU, 2025
- Studie "Auswirkungen des Klimawandels im Ausland - Risiken und Chance für die Schweiz", BAFU, 2020
- Studie "Klimabedingte Risiken und Chancen", BAFU, 2017
- Studie "Auswirkungen der Klimaänderung auf die Schweizer Volkswirtschaft", BAFU, BFE, 2007
Projektteam
Das Projekt wurde im Auftrag des NCCS als Teil des übergeordneten Programms «Entscheidungsgrundlagen zum Umgang mit dem Klimawandel in der Schweiz: Informationen zu sektorenübergreifenden Themen» zwischen 2023 und 2025 bearbeitet. Folgende Institutionen und Personen waren daran beteiligt:
Programmkoordination NCCS-Impacts
Andreas Fischer, Angela Michiko Hama, NCCS/MeteoSchweiz
Projektleitung
Vincent Roth, Bundesamt für Umwelt BAFU
Leitung Umsetzung
Samuel Brown, Celsius Pro
Wissenschaftliche Leitung
David N. Bresch, ETH Zürich
Inhaltliche Erarbeitung
- CelsiusPro (Samuel Brown, Kaspar Tobler, Ganna Morger, Chris Fairless, Marcel Serina)
- Correntics (Michael Gloor, Gaudenz Halter, Alina Mastai)
- EBP Schweiz AG (Julia Brandes, Denise Fussen, Simone Juon)
- Stiftung Risiko-Dialog (Samuel Eberenz, Kimon Arvinitis)
Beratende Gruppe
- BAFU (Vincent Roth, Roland Hohmann)
- WIFO (Ina Meyer)
- Weather and Climate Risk Group, ETH Zürich (David N. Bresch)
- NCCS (Andreas Fischer, Michiko Hama)
- DWD (Tobias Geiger)
Kontakt
Vincent Roth
vincent.roth@bafu.admin.ch
Bundesamt für Umwelt BAFU
CH-3003 Bern
info@bafu.admin.ch
Letzte Änderung 13.08.2026