B.01 Quellwasserversorgung im Kanton Glarus

Die Behörden des Kantons Glarus erwarten, dass sich die Schüttung einzelner Alpquellen vor allem in Karstgebieten wegen des früheren Abschmelzens von Schneefeldern, Firnfeldern und Gletschern in den Sommermonaten stark vermindert. Dieses Projekt will die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserversorgung der rund 90 Alpbetriebe im Kanton systematisch abschätzen. Die rund 250 Quellen werden in einem Kataster erfasst, hydrologisch beurteilt und hinsichtlich ihres zukünftigen Schüttungsverhaltens bewertet.

Ausgangslage

Die Glarner Alpen sind ein wichtiges Sömmerungsgebiet und für die Landwirtschaftsbetriebe im Kanton existentiell wichtig. Sie können nur betrieben werden, wenn genügend Wasser zur Versorgung des Viehs und für die Milchverarbeitung vorhanden ist. Durch den Klimawandel drohen ein Abschmelzen der Gletscher, weniger Schnee, höhere Temperaturen und geringere Niederschläge im Sommer. Diese prognostizierten Veränderungen können sich auf die Wasserversorgung der rund 90 Alpbetriebe im Kanton Glarus dramatisch auswirken: Die Folgen reichen von einer Abnahme der Schüttmenge bis zu einem zeitweisen oder totalen Versiegen der Quellen. Der Hitzesommer 2018 hat gezeigt, dass bereits Engpässe auftreten. Um Investitionen (beispielsweise in grössere Reservoirs), aber möglicherweise auch die Aufgabe von Alpen fundiert planen zu können, sind Voraussagen zur Ergiebigkeit der Wasserversorgungen wichtig. Das Projekt soll die Empfindlichkeit der Wasserversorgung einzelner Alpen aufgrund ihrer Lage, Höhe, Geologie und Einzugsgebiet vor dem Hintergrund der zunehmenden Trockenperioden und abnehmenden Schnee- und Eismassen beurteilen.

Ziele

  • Sensibilisierung der Alpbetriebe zum Thema Wasserknappheit aufgrund der Klimaveränderung.
  • Bereitstellung von Entscheidungsgrundlagen für die Planung der Wasserversorgung von Alpen.

Vorgehen

  • Erfassen der Quellen in einem Quellenkataster.
  • Hydrogeologische Beurteilung und Klassifizierung der Quellen.
  • Einschätzung der Empfindlichkeit gegenüber den zu erwartenden Klimaveränderungen am jeweiligen Standort. Prognose zum Schüttungsverhalten in 50 Jahren.
  • Darstellung im GIS und Kommunikation

Angestrebte Produkte

  • Quellenkataster im Geoportal des Kantons inkl. hydrogeologischer Beschreibung und Beurteilung der Quellen.
  • Abschätzung für jede Quelle hinsichtlich ihrer Empfindlichkeit gegenüber den zu erwartenden Klimaveränderungen und Prognose zum Schüttungsverhalten in 50 Jahren.
Vollständiger Projekttitel: 

Auswirkungen der Klimaveränderung auf die Quellwasser-Versorgung der Glarner Alpen (B.01)

Projektgebiet:

Kanton Glarus

Laufzeit:

März 2019 – März 2020

Träger: Kantonale Verwaltung Glarus
Begleitung:

Bundesamt für Umwelt BAFU

Fachkontakt
Letzte Änderung 25.07.2019

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Kontakt

Dr. Jakob Marti
Hauptabteilungsleiter AUE
jakob.marti@gl.ch
Tel. +41 55 646 64 50  

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