D.02 Flächendeckende Bodendaten im Gebirge

Die Böden spielen eine wichtige Rolle in alpinen Ökosystemen und haben einen wesentlichen Einfluss auf das Ausmass der Naturgefahren. In der Schweiz existieren indes kaum flächendeckende Daten, um die durch den Klimawandel veränderten Bodencharakteristiken abzuschätzen. Dieses Projekt evaluiert Methoden, um Gebirgsböden flächendeckend zu charakterisieren. Ziel ist, Bodeninformationen für Bergregionen zu entwickeln, die von möglichst vielen Akteuren als nützlich angesehen wird.

Ausgangslage

Der Boden im Gebirge wird bei veränderter Niederschlagshäufigkeit und -intensität den Wasserhaushalt, die Ökosysteme und wohl auch Naturgefahren stark beeinflussen. Die Schweiz verfügt im Gebirge nur über spärliche Bodeninformationen. Gebirgsböden wurden bisher kaum flächendeckend charakterisiert. Bodenkartierung findet bis heute hauptsächlich in der Tal- und Hügelzone statt. Der in der Schweiz übliche Datensatz trägt zudem den starken kleinräumigen Unterschieden keine Rechnung, weshalb deren Aussagen über die Ökosystemdienstleistungen der Böden kaum befriedigende Resultate ergeben. In einem vielgestaltigen alpinen Gebiet, das noch weitgehend unerforscht und teilweise unwegsam ist, sollen nun Datensätze und Methoden zur Erfassung und Interpretation der Bodeneigenschaften evaluiert werden. Resultate und Auswertungen werden schrittweise mit Vertretern verschiedener Disziplinen diskutiert und deren Verbesserungspotenzial erörtert.

Ziele

  • Methoden zur Bodenkartierung in Bergregionen entwickeln, die von möglichst vielen Akteuren als hilfreich und nützlich angesehen werden.
  • Testen neuer Methoden zur Erhebung und Auswertung in einem sehr variablen Gelände.

Vorgehen

  • Auswahl eines geeigneten Gebietes, Grundlagenbeschaffung.
  • Grundlagenauswertung, Feldbegehung, Absprache Bewirtschafter, Kartierungskonzept, Standortwahl Bodenprofile.
  • Dokumentation, Analytik, Workshop mit den Akteuren, Vorgabe Methodik für Flächenkartierung.
  • Feldarbeit, Erhebung Flächendatensatz, Workshop mit den Akteuren.
  • Auswertung der Bodeneigenschaften, Darstellung der Ergebnisse.
  • Dokumentation des Vorgehens.

Angestrebte Produkte

  • GIS-basierter Bodendatensatz, bestehend aus Punktinformationen (Bodenprofile) und Flächeninformationen (Polygondaten) für das Projektgebiet.
  • Projektdokumentation mit detaillierten Angaben zu den angewendeten Methoden, und wie der kleinräumigen Variabilität Rechnung getragen wurde.

Aktueller Projektstand (Juni 2020)

Mit der Alp Panüöl im Raum Flumserberg (SG) wurde ein geeignetes Projektgebiet mit sehr variablen topographischen und geologischen Verhältnissen und vielfältigen Bodeneigenschaften gefunden. Im Juli 2019 dokumentierte das Projektteam die ersten sechs Bodenprofile. Die Vielfalt und Heterogenität der Gebirgsböden auf kleinem Raum ist derart reich, dass die in der Schweiz übliche Kartierungsmethode «FAL24» an ihre Grenzen stösst. Daher wurde ein zweites Profilblatt mit zusätzlichen Parametern entwickelt.

Exkursionen und Workshops mit Geologen, Vertretern des Bundes, der beteiligten Kantone, der Gemeinde, und weiteren Fachspezialisten brachten zu Tage, dass eine hohe Nachfrage nach quantitativen Bodendaten im Gebirgsraum besteht. Unklar ist aber noch, wie die heterogenen Daten so erhoben und digitalisiert werden können, dass daraus eine flächendeckende Bodeninformation resultiert, die die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer abdeckt. Zu dieser Thematik wird aktuell ein Kartierungskonzept erarbeitet.

Enorme Bodenvielfalt:

Enorme Vielfalt und Heterogenität der Gebirgsböden auf kleinem Raum

Workshop:

Vollständiger Projekttitel: 

Pilotstudie flächendeckende Bodendaten im Gebirge (D.02)  

Projektgebiet:

Alp Panüöl, Flumserberg

Laufzeit:

Februar 2019 – Dezember 2021

Träger:

myx GmbH

Begleitung: Bundesamt für Umwelt BAFU

Fachkontakt
Letzte Änderung 14.07.2020

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Kontakt

Martin Zürrer
Geschäftsleiter
zuerrer@myx.ch
Tel. +41 43 399 03 80  

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