C.03 Gefahren aus auftauenden Felswänden

Permafrost stabilisiert nicht nur den Boden, sondern vielerorts auch Felswände an steilen Bergflanken. Als Folge des Klimawandels drohen zusätzliche Gefahren durch Felsstürze und Rutschungen. Dies betrifft insbesondere das Wallis mit seinen steilen Hängen und nahe gelegenen Siedlungen. Bisher sichere Zonen können durch Felsstürze, erhöhten Geschiebeanfall oder Erosionsprozesse bedroht werden. Im Rahmen dieses Projekts erstellt der Kanton Wallis unter anderem eine neue, risikobasierte Gefahrenkarte.

Ausgangslage

Kalte Felswände an der unteren Permafrostgrenze reagieren empfindlich auf Klimaveränderungen. Das Ansteigen der Lufttemperatur, vermehrte Trockenheit oder Starkniederschläge sowie Änderungen des Eis-/Wassergehalts in Felsklüften wirken sich stark auf die Stabilität der Felsmassen aus. Die steilen Hänge der Walliser Täler sowie die kurzen Distanzen zwischen Gefahrenquellen und besiedelten Gebieten führen dazu, dass bisher sichere Zonen durch Felsstürze, erhöhten Geschiebeanfall oder Erosionsprozesse bedroht werden. Kommunale und kantonale Behörden sollen deshalb ein Instrument zur Gefahrenprävention und zum Risikomanagement in die Hand bekommen. Die Felswände werden in Abhängigkeit des Schadenpotenzials (Siedlungen, touristische Infrastruktur, Verkehrslinien, etc.) in Risikokategorien eingeteilt. Es resultiert eine Liste der zukünftig als besonders gefährlich einzustufende Felswände.

Ziele

  • Identifizierung der besiedelten und touristisch erschlossenen Gebiete, die zukünftig einer grösseren Gefährdung durch instabile Felswände ausgesetzt sind.
  • Aufzeigen konkreter Vorschläge zur Risikominderung oder Gefahrenprävention.
  • Untersuchen möglicher wirtschaftlicher und ökologischer Chancen der zukünftigen Entwicklung. Dazu könnte zum Beispiel der Gewinn neuer Erlebnisräume oder Ressourcen gehören.

Vorgehen

  • Bestimmen der potenziell gefährlichen kalten Felswände.
  • Erstellen einer Karte der zukünftig möglichen Fels- und Bergstürze im Permafrost.
  • Bestimmen neuer Gefahrenbereiche und Schadenpotenziale.
  • Erstellen einer Risikokarte.
  • Herleiten Risikohinweis und Kategorisierung.
  • Untersuchen möglicher Chancen der Entwicklung.
  • Aufbereiten der Resultate.

Angestrebte Produkte

  • Karte der zukünftig erwarteten instabilen Felswände und Gefahrenbereiche.
  • Angepasste Permafrost-Hinweiskarte (online).
  • Risikokarte.
  • Konzept zur Nutzung des abgelagerten Materials (Materialbewirtschaftung).
  • Konzept der regionalen Umnutzung des Ablagerungsraumes (Erlebnisräume).
  • Vorschläge für Schutz-/ Überwachungskonzepte für besonders gefährliche Standorte.
Vollständiger Projekttitel: 

Zukünftige Gefahren und Risiken aus gefrorenen Felswänden im Wallis (C.03)

Projektgebiet:

Kanton Wallis

Laufzeit:

Januar 2019 – Dezember 2021

Träger:

Dienststelle für Wald, Flussbau und Landschaft (DWFL), Kanton Wallis

Begleitung: Bundesamt für Umwelt BAFU

Fachkontakt
Letzte Änderung 25.07.2019

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Kontakt

Pascal Stoebener
Gruppenchef Naturgefahren
pascal.stoebener@admin.vs.ch
Tel. +41 27 606 32 28
 

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