A.01 Baumaterialien für Städte im Klimawandel

In Städten verursachen der hohe Versiegelungsgrad sowie die grossen Baumassen den Wärmeinseleffekt. Mit geeigneten Baumaterialien lässt sich dieser Effekt allerdings vermindern. Dieses Projekt bewertet Baustoffe und Materialkombinationen für Gebäude und ihr Umfeld in Bezug auf ihre Wirkung hinsichtlich des städtischen Wärmeinseleffekts. Berücksichtigt werden aber auch andere wichtige Eigenschaften wie Akustik, Dauerhaftigkeit und Ökologie. Es entsteht ein Online-Katalog, der im Rahmen einer laufenden Arealentwicklung in Basel optimiert wird.

Ausgangslage

In Städten verursachen der hohe Versiegelungsgrad sowie die grossen Baumassen den Wärmeinseleffekt. Neben der Siedlungsstruktur (Gebäudehöhen, Strassenschluchten) sind die üblicherweise verwendeten Baumaterialien – wie etwa Asphalt, dunkler Stein oder Beton – massgeblich für die hohen Temperaturen verantwortlich. Mit geeigneten Baumaterialien könnte der Effekt reduziert werden. Bei Neubauten ist dies einfacher möglich als bei Sanierungen, wo die Eingriffsmöglichkeiten beschränkt sind. Bislang gibt es keinen Materialkatalog, der Baustoffe und Materialkombinationen hinsichtlich des städtischen Wärmeinseleffektes bewertet und darüber hinaus Kriterien wie Akustik (Klangraumgestaltung), Blendfreiheit, Nachrüstbarkeit bei bestehenden Gebäuden und Ökobilanz (Umweltbelastungspunkte, UBP) berücksichtigt. Um Hitzeinseln im Siedlungsgebiet zu mildern, wäre ein multifunktionaler Bewertungsansatz als Entscheidungsgrundlage für Planer, Bauherren, Projektträger und Gemeinden hilfreich und notwendig. Dieses Projekt will eine solche Grundlage schaffen.

Ziele

  • Erstellung eines praxisnahen Online-Materialkatalogs mit Empfehlungen.
  • Schaffung einer Datenbasis zur Vereinfachung der Planung einer klimaangepassten Bauweise.
  • Einbringen der Erkenntnisse in die aktuelle Arealentwicklung Westfeld in Basel.
  • Wissenstransfer und Sensibilisierung.

Vorgehen

  • Recherche, ob ausreichende Daten zur Erstellung eines Katalogs vorliegen.
  • Datenbankbasierter Materialkatalog mit Bewertung von Baumaterialien für Fassaden und versiegelte Freiräume zusammenstellen.
  • Der Materialkatalog wird in einer aktuellen Arealentwicklung in Basel im Rahmen von zwei Workshops eingebracht. Planer sollen so für die klimaangepasste Bauweise sensibilisiert und Entscheidungen durch eine fundierte Datenbasis erleichtert werden.
  • Katalog fertigstellen: Aus den Workshops resultierende Verbesserungshinweise und Erkenntnisse für den Materialkatalog fliessen in die Endfassung des Katalogs ein.

Angestrebte Produkte

  • Datenbankbasierter Materialkatalog mit Empfehlungen.
  • Regionaler Wissenstransfer: Einbringen der Erkenntnisse in eine aktuelle Arealentwicklung in Basel.
  • Nationaler Wissenstransfer: Vorstellung des Materialkatalogs an zwei Fachtagungen und Publikation im Rahmen der Tagungen.

Aktueller Projektstand (Juni 2020)

Die Materialien, die im Materialkatalog erfasst werden sollen, wurden definiert. Derzeit werden Daten zu diesen Materialien gesammelt. Ein Simulationsprogramm namens ENVI-met wird Aussagen dazu ermöglichen, wie sich die Materialien auf den städtischen Hitzeinseleffekt auswirken. Erste Simulationen wurden bereits durchgeführt. Sie dienen dazu, die Vorgehensweise bei der Auswertung zu evaluieren.

Vollständiger Projekttitel:  Baumaterialien für Städte im Klimawandel – Materialkatalog mit Empfehlungen (A.01)  
Projektgebiet: Kanton Basel-Stadt
Laufzeit: Januar 2019 – Juni 2021
Träger: Fachhochschule Nordwestschweiz, Institut Energie am Bau (IEBau)
Begleitung: Bundesamt für Wohnungswesen BWO, Bundesamt für Raumentwicklung ARE
Projektpartner: Amt für Umwelt und Energie des Kantons Basel-Stadt; Baugenossenschaft wohnen & mehr; Meteorologie, Klimatologie und Fernerkundung, Universität Basel

Fachkontakt
Letzte Änderung 05.08.2020

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Kontakt

Dr. Ing. Caroline Hoffmann
Projektleitung Forschung
caroline.hoffmann@fhnw.ch
Tel. +41 61 228 54 59

Achim Geissler
Stellvertretung der Projektleitung
achim.geissler@fhnw.ch
Tel. +41 61 228 53 73
 

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