A.14 Leitlinien für das Bauwesen in der Südschweiz

In Anbetracht der besonderen geografischen und klimatischen Lage und der zukünftigen Entwicklung des Tessins im schweizerischen Kontext genügen die bestehenden Bauvorschriften nicht mehr, um ein optimales hygrothermisches Klima von Innenräumen zu gewährleisten. Um den Energieverbrauch im Jahresverlauf zu begrenzen und die aktuelle Baupraxis an zukünftige wärmere Klimaverhältnisse anzupassen, sind neue Projektansätze erforderlich. 

Ausgangslage

Die geltenden baurechtlichen Bestimmungen beruhen auf den Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich, welche den regionalen Besonderheiten nur beschränkt Rechnung tragen. Ziel dieses Projektes ist es, die Auswirkungen des Klimawandels auf den Raumkomfort aufzuzeigen, Massnahmen zur Optimierung des Raumkomforts unter Berücksichtigung der klimatischen Veränderungen auszuarbeiten sowie strukturelle oder sonstige Vorschriften zur Optimierung des Energieverbrauchs zu entwickeln. Die Implementierung neuer Projektansätze setzt umfangreiche Anpassungen auf nationaler und regionaler Ebene voraus. Durch die unmittelbare Beteiligung der verschiedenen lokalen Akteure soll sichergestellt werden, dass sämtliche Anforderungen berücksichtigt werden. Durch die Teilnahme des Kantons Tessin sowie der Gemeinden Locarno und Faido ist die langfristige Verankerung in den räumlichen Gegebenheiten des Pilotgebiets sichergestellt.

Ziele

  • Festlegung von Projektansätzen zur Verbesserung des Wohlbefindens in warmen Gebieten und zur Verringerung des Energiebedarfs.
  • Bestimmung nachhaltiger Bau- und Nutzungsweisen, um das Gebäude an die regionalen klimatischen Gegebenheiten anzupassen.
  • Zusammenstellung und Beschreibung der Massnahmen zur Erhaltung eines hohen Raumkomforts in den Gebäuden.
  • Entwicklung von Leitlinien für die umfassende, branchenübergreifende Anpassung der Regelwerke.

Vorgehen

Das Projekt umfasst 6 Schritte:

  • Projekt- und Betriebsmanagement.
  • Evaluierung des Raumkomforts der Gebäude angesichts des Klimawandels mittels Auswahl und Modellierung zweier Gebäudekategorien: Mehrfamilienhäuser und Bürogebäude.
  • Festlegung und Beurteilung der Massnahmen zur Wahrung des Raumkomforts angesichts des Klimawandels aus energie- und umwelttechnischer Sicht, ausgehend von den Erkenntnissen ähnlicher Studien (z.B. des ClimaBau-Projekts).
  • Erarbeitung von Leitlinien für die Anpassung der Regelwerke an den Klimawandel – gestützt auf die in den vorhergehenden Phasen gesammelten Informationen.
  • Verfassen des Schlussberichts unter Einbezug aller Projektpartner.
  • Erarbeitung einer allgemeinen und wissenschaftlichen Dokumentation, Sensibilisierung von Fachleuten der Baubranche, Behörden und verschiedenen Bauherrschaften.

Angestrebte Produkte

  • Simulation und Analyse der ausgewählten Fälle unter verschiedenen klimatischen Bedingungen.
  • Ausarbeitung von Empfehlungen für die Anpassung an den Klimawandel.
  • Auswahl/Zusammenstellung von architektonischen/baulichen/nutzungsspezifischen Massnahmen zur Gewährleistung einer hohen Behaglichkeit bei geringem Energieverbrauch.
  • Zusammenstellung praktischer Beispiele zur baulichen/architektonischen/nutzungsspezifischen Anpassung an den Klimawandel.
  • Durchführung von Informations- und Sensibilisierungsveranstaltungen für Fachleute aus der Baubranche, Auftraggeber, Behörden und öffentliche Stellen.
  • Fachpublikationen für Baufachleute.
Vollständiger Projekttitel: 

Clima di domani: linee guida per l’edilizia, Sud delle Alpi precursore (A.14)

Projektgebiet:

Gemeinde Locarno, Gemeinde Faido sowie weitere Fallstudien im Tessin und in der übrigen Schweiz

Laufzeit:

Januar 2019 – Dezember 2021

Träger:

Associazione TicinoEnergia, Ca’ Bianca, Via San Giovanni 10, 6500 Bellinzona

Begleitung:

Bundesamt für Wohnungswesen BWO, Bundesamt für Energie (BFE)

Fachkontakt
Letzte Änderung 25.07.2019

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