Das Projekt - im Rahmen des Aktionsplans Anpassung an den Klimawandel - liefert einen Überblick zum Stand der Umsetzung von Anpassungsmassnahmen im Sektor Gesundheit an die zunehmende Hitzebelastung.
Erhebung 2025: Befragung zu Hitzebelastung und Massnahmen in Pflege und Betreuung
Im Herbst 2025 wurden Mitarbeitende aus der Langzeitpflege, der ambulanten Pflege sowie aus Spitälern und Kliniken befragt. Im Fokus standen die wahrgenommene Hitzebelastung sowie Hitzeschutzmassnahmen für Mitarbeitende, Patientinnen und Klienten.
900 Personen aus der ganzen Schweiz nahmen an der Befragung teil. Die Ergebnisse zeigen unter anderem:
- 9 von 10 Mitarbeitenden berichten vonhitzebedingten belastenden Symptomen bei der Arbeit.
- Trinkwasser steht den Mitarbeitenden meistens zur Verfügung. Als wichtig wahrgenommene Massnahmen wie kühle Pausenräume, zusätzliche Pausen oder angepasste Arbeitskleidung fehlen jedoch oft.
- Schutzmassnahmen für Patientinnen und Klienten fehlen teilweise: In der Langzeitpflege gibt ein Viertel der Mitarbeitenden an, dass keine Schutzmassnahmen für Patienten und Klientinnen vorhanden sind. In der ambulanten Pflege berichten fast 40 Prozent von fehlenden Massnahmen. In Spitälern und Kliniken sind es 60 Prozent.
Lesen Sie den ganzen Bericht mit Empfehlungen sowie die Zusammenfassung hier:
Bericht «Erhebung 3 – Pflege und Betreuung: Hitzebelastung und Stand der Umsetzung von Hitzemassnahmen», 2026 (PDF, 7 MB, 19.05.2026)Bürgler et al. (Swiss TPH) im Auftrag des BAG und BAFU. Bericht auf Deutsch, Zusammenfassungen auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch
Policy Brief «Hitze in der Pflege: Es besteht Handlungsbedarf», 2026 (PDF, 87 kB, 19.05.2026)Zusammenfassung des Berichts «Erhebung 3 – Pflege und Betreuung: Hitzebelastung und Stand der Umsetzung von Hitzemassnahmen»
Erhebung 2024: Befragung zu Hitzeaktionsplänen und Engagement der Gesundheitsbehörden
Im Sommer 2024 wurden die Gesundheitsbehörden aller Kantone, Liechtenstein sowie fünf grösserer Schweizer Städte nach ihren
Hitzeschutzmassnahmen befragt. Die Befragung zeigt, dass sich immer mehr Kantone im Bereich Hitzeschutz engagieren: 18 von 26 Gesundheitsbehörden setzen bereits Massnahmen um, acht Kantone haben Hitzeaktionspläne (HAP) eingeführt (Stand 2024). Weitere Kantone planen eine Einführung. Auch alle fünf befragten Städte ergriffen Massnahmen zum Hitzeschutz.
Die Gesundheitsbehörden übernehmen eine koordinierende Rolle, indem sie Informationen bereitstellen und zeitnah über Hitzewellen informieren. Die meisten Massnahmen richten sich an Risikogruppen wie ältere Menschen. Zu den häufigsten Massnahmen gehören Informationskampagnen über Risiken und Empfehlungen zum Verhalten bei Hitze. Erfolgsfaktoren sind engagierte Personen, politische Beschlüsse und hohe Betroffenheit; Hürden bestehen oft in fehlenden finanziellen und personellen Ressourcen.
Viele Deutschschweizer Kantone wünschen sich mehr Austausch, bessere Koordination zwischen Kantonen und Unterstützung durch den Bund bei der Einführung von Hitzeaktionsplänen, unter anderem im Bereich Monitoring und Evaluation.
Lesen Sie den ganzen Bericht hier:
Erhebung 2023: Befragung zur Hitzekompetenz der Bevölkerung ab 50 Jahren
Im Sommer 2023 wurden 1’800 Personen ab 50 Jahren zu ihrer Hitzekompetenz befragt. Diese umfasst das Wissen über mögliche Schutzmassnahmen bei Hitze, die Betroffenheit durch die Hitze (wahrgenommene Belastung und Gesundheitsrisiko) und das Handeln bei Hitze, insbesondere das Umsetzen von Verhaltensempfehlungen.
Obwohl fast alle Befragten angaben, zu wissen, wie sie sich bei Hitze schützen können, nannten viele nur wenige der möglichen Schutzmassnahmen. Die am häufigsten genannten Empfehlungen waren «viel trinken» und «Aufsuchen kühler Orte», während andere Massnahmen wie «Alkohol meiden» und «Dosierung von Medikamenten anpassen» wenig genannt wurden. Etwa die Hälfte der Befragten empfand die Hitze als belastend und als eigenes Gesundheitsrisiko. Ein Drittel der besonders gefährdeten Zielgruppe – Menschen mit chronischen Erkrankungen und über 75 Jahre – unterschätzte jedoch das eigene Gesundheitsrisiko.
Trotz des Wissens ergriffen viele nur wenige Schutzmassnahmen. Besonders ältere Männer und sozial benachteiligte Gruppen zeigten weniger Hitzeschutzverhalten. Dies zeigt, dass Wissen allein nicht ausreicht, um Verhalten zu ändern. Öffentliche Aufklärung, vor allem für gefährdete Gruppen, ist daher wichtig. Klassische Medien, Wetter-Apps und insbesondere das soziale Umfeld sind wichtige Informationsquellen. Gesundheitsfachpersonen spielen hierbei ebenfalls eine zentrale Rolle.
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Letzte Änderung 19.05.2026
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