Jährlich werden auf nationaler und kantonaler Ebene die hitzebedingten Todesfälle der Schweiz ermittelt. Das Monitoring geschieht im Rahmen der Anpassungsstrategie an den Klimawandel des Bundes. Die aktuelle Zeitreihe umfasst die Jahre 1980 bis 2025.
Hohe Temperaturen können für die menschliche Gesundheit eine Belastung darstellen und zum Tod führen. Durch den Klimawandel haben die mittleren Sommertemperaturen in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Diese Entwicklung hält in Zukunft an.
Der Sommer 2025 war der sechstwärmste Sommer seit Messbeginn im Jahr 1864. Besonders heiss waren der Juni und der August, als in weiten Teilen der Schweiz mehrere mehrtägige Hitzeperioden auftraten. Zwischen Mai und September 2025 wurden 410 Todesfälle der Hitze zugeschrieben. Das entspricht 4.5 Fällen pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner. In der Hitzeperiode im August resultierten vereinzelt bis 25 hitzebedingte Todesfälle pro Tag.
Die höchste hitzebedingte Sterberate wurde mit 12 Fällen pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner für die Grossregion Tessin ermittelt. Am tiefsten lag die hitzebedingte Sterberate mit rund 2 Fällen je 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner in der Ostschweiz. Rund 84 % der Hitzetoten waren älter als 75 Jahre, obwohl sie nur rund 10 % der Bevölkerung ausmachen. Rund 60 % der hitzebedingten Todesfälle betrafen Frauen.
Entwicklung der hitzebedingten Todesfälle 1980 bis 2025
Wie die Abbildung unten zeigt, hat die hitzebedingte Sterberate (linke Achse) in den letzten Jahrzehnten nicht parallel zum Anstieg der mittleren Sommertemperatur (rechte Achse) zugenommen. Der Anteil hitzebedingter Todesfälle an der Gesamtsterblichkeit zwischen Mai und September sank in der Periode 2004 bis 2025 gegenüber 1980 bis 2002 um 13 %, obwohl die mittlere Sommertemperatur von 12.9°C auf 14.3°C (+1.4°C) anstieg.
Eine gewisse Anpassung der Bevölkerung scheint insbesondere bei moderat heissen Temperaturen möglich. Dabei kann es sich um eine physiologische Anpassung handeln oder um die präventive Wirkung von Hitzeschutzmassnahmen – beispielsweise durch Verhaltensänderungen der Bevölkerung oder bauliche Massnahmen.
Hingegen hat die hitzebedingte Sterberate bei heissen oder sehr heissen Tagen über die analysierte Zeitperiode eher zugenommen. Dies hängt mit der Zunahme solcher Tage zusammen. Hier scheint die Anpassung durch die implementierten Schutzmassnahmen noch wenig zu greifen.
Hitzebedingte Todesfälle betreffen heute mehrzeitlich Menschen über 75. In den 80er- und 90er-Jahren waren vermehrt auch Personen unter 75 Jahren betroffen. Jüngere Personen scheinen in Bezug auf die zunehmende Hitze anpassungsfähiger zu sein bzw. von aktuellen Schutzmassnahmen eher zu profitieren als ältere Personen.
Anpassungsmassnahmen an die zunehmende Hitze
An sehr heissen Tagen ist die hitzebedingte Sterblichkeit bedeutend höher als an heissen oder moderat heissen Tagen. An sehr heissen Tagen sind Schutzmassnahmen daher besonders wichtig. Weil aber moderat heisse und heisse Tage häufiger vorkommen, sind letztlich die meisten hitzebedingten Todesfälle an solchen Tagen zu verzeichnen (siehe Abbildung). Insgesamt sind daher Massnahmen zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung für moderat heisse bis sehr heisse Tage wichtig.
Welche Massnahmen umgesetzt werden und welche Lücken allenfalls bestehen, untersucht das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 2023 – 2027 in einem Projekt zum Stand der Umsetzung von Anpassungsmassnahmen bei Hitze gemeinsam mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU).
Letzte Änderung 09.07.2026
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