50 Projekte zu sechs Themen

Die Auswirkungen des Klimawandels in der Schweiz sind vielfältig. Das Pilotprogramm konzentriert sich in der zweiten Programmphase auf sechs Themen. Insgesamt laufen dazu 50 Projekte in sämtlichen Landesteilen.

Grössere Hitzebelastung

Die aktuellen Klimaszenarien gehen nicht nur von zunehmenden Durchschnittstemperaturen aus. Noch dramatischer werden die Maximaltemperaturen steigen, insbesondere im Sommer und in Ballungsgebieten. Hohe Temperaturen und häufigere Hitzeereignisse haben weitreichende Folgen für Mensch, Tier und Umwelt. Kritisch wird es insbesondere bei intensiveren Hitzewellen, welche die Bevölkerung belasten und für alte, kranke oder pflegebedürftige Personen sowie Kleinkinder und Schwangere lebensbedrohend sein können.

Zunehmende Sommertrockenheit

Mit fortschreitender Erwärmung schwinden die als Schnee und Gletschereis gebunden Wasserreserven. Gleichzeitig sind längere niederschlagsfreie Perioden zu erwarten. Dieser Entwicklung seht der stark steigende Wasserbedarf an heissen Tagen gegenüber. Obwohl unser Land über grosse Reserven verfügt, kann im Sommer Wasser lokal knapp werden. Diese Veränderungen wirken sich auf die Ökosysteme und alle Wassernutzer aus und es kann zu Konkurrenzsituationen kommen. Davon betroffen ist insbesondere die Landwirtschaft, die auf eine ausreichende Versorgung ihrer Kulturen angewiesen ist.

Steigendes Hochwasserrisiko, abnehmende Hangstabilität und häufigere Massenbewegungen

Der Klimawandel verursacht in der Schweiz häufigere und intensivere Hochwasserereignisse. In den Alpen beeinträchtigen zudem abschmelzende Gletscher und auftauender Permafrost die Stabilität des Untergrunds. Es kommt zu mehr Erdrutschen, Steinschlägen, Felsstürzen und Murgängen. In mittleren und tiefen Lagen erhöhen Starkniederschläge und die steigende Schneefallgrenze die Gefahr von Erosion und Hangrutschen. Gefährdet sind Siedlungen, Verkehrswege, Infrastrukturen und landwirtschaftliche Nutzflächen.

Veränderung von Lebensräumen, Artenzusammensetzung und Landschaft

Die Temperatur- und Niederschlagsänderungen beeinflussen die Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten. Lokal kommt es zu Veränderungen in der Artenzusammensetzung. Diese Entwicklungen dürften sich zumindest anfänglich negativ auf die Ökosystemleistungen (z.B. Bodenfruchtbarkeit, Erosionsschutz, Kohlenstoffspeicherung) auswirken. Positive Effekte sind, wenn überhaupt, erst langfristig zu erwarten. Die Veränderungen betreffen vor allem die Wald- und Landwirtschaft und führen dort zu neuen Anbau- und Produktionsbedingungen.

Ausbreitung von Schadorganismen, Krankheiten und gebietsfremden Arten

Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung von Schadorganismen und invasiven gebietsfremden Arten. Diese können grosse Schäden in der Land- und Forstwirtschaft anrichten. Aber auch die Gesundheit von Mensch und Tier kann durch das Aufkommen und Verbreiten von neuen Krankheitserregern und -vektoren gefährdet werden. 

Sensibilisierung, Information und Koordination

Um sich gezielt anpassen zu können, müssen die Betroffenen über die Folgen des Klimawandels informiert sein. Viele Gemeinden, Regionen und Kantone beginnen erst damit, Lösungsansätze zu entwickeln und Netzwerke aufzubauen. Das erforderliche Wissen liegt oft verstreut und nicht zielgruppengerecht vor. Die Anpassung an den Klimawandel gelingt nur dann, wenn alle Akteure über fachliche und organisatorische Grenzen hinweg zusammenarbeiten.

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 24.07.2019

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