B.03 Mehrzweckspeicher gegen Sommertrockenheit

In der Bündner Region Imboden-Surselva hat der Klimawandel einen starken Einfluss auf die Hydrologie – insbesondere durch das Abschmelzen der Gletscher, die steigende Schneefallgrenze und zunehmende Stark-Niederschläge. Dieses Projekt erarbeitet in einem partizipativen Verfahren ein Konzept zum Bau eines Mehrzweckspeichers oberhalb von Laax als Ersatz für die abschmelzenden Gletscher. Dabei wird auch untersucht, wie sich das Vorhaben in ökologischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Hinsicht auswirken würde.

Ausgangslage

Der Klimawandel ist in der Surselva im Kanton Graubünden schon heute deutlich bemerkbar durch ansteigende Temperaturen, eine Abnahme der Niederschläge im Sommer und den Rückgang der natürlichen Speicher wie Schnee und Gletscher. Der Vorabgletscher schmilzt, in der Skiregion Laax ist ein zunehmender Schneemangel zu beobachten. Karst-, Grundwasser- und Quellen-Systeme sowie die Seenlandschaften erfahren zunehmend Trockenperioden im Sommer. Gleichzeitig nehmen starke Niederschlagsereignisse zu. Das Projekt beschäftigt sich mit dem Problem der Sicherstellung der Wasserversorgung für verschiedene Nutzungen in Zeiten des Klimawandels, insbesondere bei Sommertrockenheiten. Es analysiert das Potenzial eines Mehrzweckspeichers aus naturwissenschaftlicher, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Perspektive und klärt Synergien verschiedener Nutzungen ab.

Ziele

  • Konzept zur Wasserspeicherung und -verteilung mithilfe eines alpinen Mehrzweckspeichers in der Projektregion.
  • Allgemein gültige Empfehlungen für die Umsetzung von Mehrzweckspeichern in der Schweiz.

Vorgehen

  • Ist-Analyse von Glaziologie, Hydrologie, Karst (Geologie), Meteorologie.
  • Entwicklung von Zukunftsszenarien und Abschätzung derer Wirkung.
  • Analyse möglicher Nutzungen eines Mehrzweckspeichers: Beschneiung, Auffangen von Stark-Niederschlägen, Sicherung Speisung der Karst-, Grundwasser- und Quellen-Systeme und Seenlandschaften, touristische Nutzung
  • im Sommer, Energie-Produktion und -Speicherung.
  • Partizipativer Prozess mit betroffenen Stakeholdern.
  • Erarbeitung Gesamtkonzept Mehrzweckspeicher.
  • Schlussbericht und Kommunikation.
  • Wissenschaftliche Begleitstudie.

Angestrebte Produkte

  • Konzept für einen alpinen Mehrzweckspeicher in der Projektregion.
  • Ausführlicher Projektbericht.
  • Merkblatt «Mehrzweckspeicher zur Bewältigung von Wassermengenproblemen in Zeiten des Klimawandels».
  • Fachartikel und wissenschaftliche Publikation.
Vollständiger Projekttitel: 

Mehrzweckspeicher Fuorcla/Nagens zur Anpassung an Sommertrockenheiten (B.03)

Projektgebiet:

Region Imboden-Surselva (GR)

Laufzeit:

Januar 2019 – Juni 2021

Träger: Standortgemeinden Flims, Laax und Falera (GR) zusammen mit Flims Electric AG und Weisse Arena AG
Begleitung:

Bundesamt für Umwelt BAFU, Bundesamt für Energie BFE

Fachkontakt
Letzte Änderung 25.07.2019

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Kontakt

Martin Maron
Direktor Flims Electric AG
mmaron@flimselectric.ch
Tel. +41 81 920 90 20  

Kontaktinformationen drucken

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