B.04 Wasserspeicher für die Bewässerung

Modellberechnungen zeigen, dass die Fliessgewässer im Kanton Basel-Landschaft im Sommer zukünftig kaum noch Wasser führen. Dieses Projekt sucht eine Möglichkeit, um den erhöhten Wasserbedarf landwirtschaftlicher Betriebe zu decken. In einem ersten Schritt erfassen Landwirte, Fischer und andere Betroffene mittels einer Smartphone-App Daten von ausgewählten Fliessgewässern. Diese Daten fliessen in eine Bilanzierung des landwirtschaftlichen Wasserbedarfs ein. Schliesslich klärt das Projekt ab, ob und wie die Wasserdefizite mit zusätzlichen lokalen oder regionalen Wasserspeichern abgedeckt werden könnten.

Ausgangslage

Steigende Temperaturen und sinkende Niederschlagsmengen im Sommer führen zu einem erhöhten Wasserbedarf in der Landwirtschaft bei gleichzeitig abnehmender Wasserverfügbarkeit. Bereits heute steht während Trockenperioden im Baselbieter Jura kein Wasser aus Fliessgewässern für die Bewässerung zur Verfügung. Dies führt dazu, dass verschiedene landwirtschaftliche Kulturen zunehmend unter Trockenstress leiden. Die Folgen sind vorerst Ernteausfälle und in Zukunft möglicherweise eine erhebliche Veränderung der landwirtschaftlichen Nutzung im Jura. Ein gangbarer Weg, um die Wasserknappheit zu verringern, könnte die Retention von Wasser in lokalen und regionalen Speichern sein. Dieses Projekt will auf der Grundlage von realen Daten ermitteln, wie stark die Wasserknappheit in Zukunft ausfallen könnte, und inwieweit sie mit der Einführung von Wasserspeichern überbrückt werden könnte.

Ziele

  • Erhebung von Abflussdaten an mehreren Stellen von kleinen und mittleren Fliessgewässern.
  • Wasserbilanz in den für das Projekt ausgewählten Einzugsgebieten
  • Vertiefte Kenntnisse über Kosten und Nutzen lokaler Wasserspeicherung bei Landwirtschaftsbetrieben.
  • Erkenntnisse über das Potenzial regionaler Wasserspeicher zur Überbrückung der Sommertrockenheit.

Vorgehen

  • Auswahl und Test der Datenerfassungs-App.
  • Partizipative Datenerhebung mit anschliessender Evaluation.
  • Wasserbilanzierung mit Einbezug der erhobenen Daten.
  • Evaluation lokale Wasserspeicherung bei Landwirtschaftsbetrieben.
  • Evaluation regionale Wasserspeicherung unter Berücksichtigung des Grundwassers.
  • Auswertung und Kommunikation der Erkenntnisse.

Angestrebte Produkte

  • Erprobung der partizipativen, Smartphone-basierten Erfassung von Abflussdaten.
  • Vorgehensweise zur Wasserbilanzierung in landwirtschaftlich genutzten Gebieten unter Berücksichtigung der Retention.
  • Factsheets zu verschiedenen Arten von lokalen Wasserspeichern für relevante landwirtschaftliche Betriebstypen in den Pilotgebieten.
  • Konkrete Vorschläge zur regionalen Wasserspeicherung unter Berücksichtigung der Grundwasseranreicherung und mit
  • Synergien zur Reduktion von hydraulischen Belastungsspitzen.
Vollständiger Projekttitel: 

Handlungsoptionen entlang kleiner und mittlerer Gewässer bei Sommertrockenheit (B.04)

Projektgebiet:

Kantone Basel-Landschaft und Solothurn

Laufzeit:

Januar 2019 – Juni 2021

Träger: Amt für Umweltschutz und Energie BL
Begleitung:

Bundesamt für Landwirtschaft BLW, Bundesamt für Umwelt BAFU

Fachkontakt
Letzte Änderung 25.07.2019

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Kontakt

Dr. Adrian Auckenthaler
Leiter Ressort Wasser und Geologie
adrian.auckenthaler@bl.ch
Tel. +41 61 552 55 20
 

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