F.11 Sicher Wandern 2040

Die Auswirkungen des Klimawandels haben Einfluss auf das Wanderwegnetz und somit auf die beliebteste Schweizer Freizeitaktivität. Damit die Wanderinfrastruktur gefahrenlos begehbar bleibt, wollen die Wanderwegverantwortlichen die Wege und das Wanderangebot vorausschauend an die Klimaveränderungen anpassen. Anhand neuster Studienergebnisse zu Naturgefahren hat dieses Projekt ein anwendungsorientiertes Ergebnisraster als Arbeitshilfe für Planung, Bau und Unterhalt der Wanderweginfrastruktur erarbeitet.

Wander-Wegweiser auf der Engstlenalp vor einer Bergkulisse
Wegweiser auf der Engstlenalp

Ergebnisse

Naturereignisse wie Steinschläge und Starkniederschläge können Wanderwege beschädigen. Auch die Nutzung der Wanderpfade hat aufgrund der klimabedingten Saisonverlängerung zugenommen – mit belastenden Folgen für die Wanderinfrastruktur. Um das Wanderangebot und die Sicherheit auf den Wegen zu gewähren, möchten die Wanderwegverantwortlichen die Infrastruktur vorausschauend an die Klimaveränderungen anpassen. Das Ziel des Pilotprojekts F.11 war es, die Akteurinnen und Akteure des Wanderwegwesens auf die Auswirkungen des Klimawandels zu sensibilisieren und ihnen Arbeitshilfen für Planung und Unterhalt zur Verfügung zu stellen. 

Ausgangspunkt des Projekts bildete eine Literatursynthese zu Naturgefahren und Wanderwegen in Zeiten des Klimawandels, die das WSL-Institut für Schnee und Lawinenforschung SLF zusammenfasste. Auf Basis dieser Synthese schätzten die Fachleute ab, wie sich die Klimaveränderungen im Voralpen- und Alpenraum auf die Wanderaktivität und -infrastruktur auswirken. So identifizierten sie die relevanten Naturgefahren und erstellten Verhaltensmuster der Wandernden. Aus den drei Pilotregionen Rigi (SZ/LU), St. Niklaus (VS) und Graubünden sind zudem klimatische, topografische und kantonale Unterschiede in das Gesamtprojekt eingeflossen.

Von den Resultaten der Recherche leiteten die Fachleute Empfehlungen ab zur Vorgehensweise bei Planung, Bau und Unterhalt der Wanderwege. Die Erkenntnisse hielten sie in einem Ergebnisraster fest, das als anwendungsorientierte Arbeitshilfe dient. Damit können die Verantwortlichen von Wanderwegen die Infrastruktur sowie das Netzangebot so gut wie möglich an die Auswirkungen des Klimawandels anpassen – und die Wanderwege bleiben weiterhin attraktiv und sicher begehbar.

Projektzusammenfassung (PDF, 731 kB, 22.09.2022)

Dokumente und weiterführende Links

Links

Zusammenfassung

F.11 Synthese Sicher Wandern 2040 (PDF, 731 kB, 22.09.2022)Das Wichtigste in Kürze (Projektzusammenfassung)

Ausgangslage

Wetterereignisse wie Starkniederschläge haben bereits heute spürbare Auswirkungen auf die Wanderweginfrastruktur. Wanderwege müssen laut Gesetz möglichst gefahrlos begehbar sein und der Erholung dienen. Die Verantwortlichen möchten Prozesse, Unterhalts-, Notfallmassnahmen und Investitionen mit Hilfe gesicherter Grundlagen vorausschauend an die Situation anpassen, die sich mit dem Klimawandel verändert. Dies trägt zur Sicherheit bei, leistet einen wesentlichen Beitrag an die Gesundheit der Bevölkerung, sichert den Regionen ein nachhaltiges wirtschaftliches Einkommen und ermöglicht damit eine verantwortungsvolle Kosten-Nutzenabschätzung. Vor diesem Hintergrund wünschen sich die verantwortlichen Akteure grössere Klarheit zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Wanderwege, deren Planung, Bau und Unterhalt sowie Organisation und Abläufe. Mit welchen Naturgefahrenprozessen, in welcher Stärke und mit welchen Konsequenzen wird sich das Wanderwegwesen beschäftigen müssen? Die Verantwortlichen erhalten dank diesem Projekt konkret auf Wanderwege bezogene Fachgrundlagen und Vorgehensraster.

Ziele

  • Den Akteuren in den Pilotkantonen stehen Fachgrundlagen sowie Vorgehensweisen für Anpassungsmassnahmen zur Verfügung.
  • Die Akteure verschiedener Ebenen werden befähigt, ihre Planung und Prozesse vorausschauend zu evaluieren und an den Klimawandel anzupassen.
  • Die Verbreitung der Ergebnisse an Akteure ausserhalb der Pilotgebiete wird geplant.

Vorgehen

  • Aufbau der Projektorganisation mit Kerngruppe und Begleitgruppe. Drei Pilotregionen identifizieren und etablieren.
  • Erstellen eines Berichts zu den Auswirkungen des Klimawandels auf das Wanderwegwesen, aufgrund Literaturrecherche und Expertenworkshops in Zusammenarbeit mit dem WSL und SLF.
  • Fallbeispiele in drei Pilotregionen ausführen und dokumentieren.
  • Erstellen eines Schlussberichts mit Massnahmenliste und Skizze von Kommunikationsmassnahmen.

Projektregion

Vollständiger Projekttitel: 

Sicher Wandern 2040: Strategien für das Wanderwegwesen im Klimawandel (F.11) 

Projektgebiet:

Projektgebiet: Alpen, Voralpen

Laufzeit:

Januar 2019 – Juni 2021

Träger:

Verein Schwyzer Wanderwege (SW) und Schweizer Wanderwege (SWW)

Begleitung: Bundesamt für Umwelt BAFU

Fachkontakt
Letzte Änderung 03.10.2022

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Kontakt

Stefan Gwerder
Geschäftsführer SZWW
info@schwyzer-wanderwege.ch
Tel. +41 76 317 50 41

Olivia Grimm
Planung, Bau und Unterhalt Wanderwege SWW
olivia.grimm@schweizer-wanderwege.ch
Tel. +41 31 370 10 43

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https://www.nccs.admin.ch/content/nccs/de/home/massnahmen/pak/projektephase2/pilotprojekte-zur-anpassung-an-den-klimawandel--cluster-Sensibilisierung/f-11-sicher-wandern-2040.html