Risiken und Chancen

Verstärkte Erosion im Gebirge, zunehmende Naturgefahren, vermehrte Trockenheit sowie Hitze sind Herausforderungen für die Stromerzeugung und -verteilung. Zielkonflikte zwischen Wasserkraftnutzung und Naturschutz verschärfen sich. Einsparungen beim Energieverbrauch im Winter stehen Zunahmen im Sommer gegenüber. Kürzere Schnee­bedeckung und längere Vegetationsperiode verbessern die Voraussetzungen für gewisse Energieträger.

Die nachstehende Übersicht zeigt die wichtigsten Risiken und Chancen für die Energieversorgung auf Grundlage der 2017 abgeschlossenen Klimarisikoanalyse des Bundes. Risiken und Chancen für einzelne Landesteile behandelt die Rubrik Grossregionen.

Legende:

[R] Risiken des Klimawandels
[C] Chancen des Klimawandels
[?] Bereiche, wo eine eindeutige Bewertung noch nicht möglich ist

[R] Zunahme der Betriebs- und Unterhaltskosten von Wasserkraftanlagen

  • Verstärker Geschiebetransport in Bergbächen durch stärkere Erosion und Hochwässer, reduzierte Kapazität von Speicherseen infolge von Sedimentablagerungen
  • Erhöhter Verschleiss an Kraftwerk-Turbinen infolge von zunehmender Zufuhr von Schwebstoffen
  • Zunehmende Schäden an Stauanlagen und Einrichtungen zur Stromerzeugung und -übertragung durch Hochwässer, Murgänge, Felsstürze und als Folge des Gletscherschwunds; zusätzliche wirtschaftliche Einbussen durch Betriebsunterbrüche

[R] Sinkende Energieproduktion im Sommer und bei Hochwasser

  • Eingeschränkte Wasserkraftproduktion bei tiefen Pegelständen sowie zur Gewährleistung einer ausreichenden Restwassermenge
  • Eingeschränkte Produktion von Windkraftanlagen während stabiler Hochdrucklagen
  • Reduzierter Wirkungsgrad luft- und wassergekühlter Kraftwerke bei hohen Temperaturen, hitzebedingte Abnahme der Transportkapazität des Stromnetzes
  • Einschränkungen für die Einleitung von Kühlwasser aus Kraftwerken, wenn eine bestimmte  Flusswassertemperatur überschritten wird
  • Beeinträchtigter Betrieb von Wasserkraftwerken während Hochwasserperioden

[R] + [C] Auswirkungen auf den Energieverbrauch

  • Zunahme des Energiebedarfs zur Kühlung von Gebäuden, Industrieprozessen und Verkehrsmitteln im Sommer
  • Abnahme des Heizenergiebedarfs von Gebäuden und Verkehrsmitteln im Winter

[C] Steigende Energieproduktion im Winter und bessere Bedingungen für die Produktion von Energie aus Biomasse

  • Dank kürzerer Schneebedeckung erhöhte Energiegewinnung aus Wasserkraft, Fotovoltaikanlagen und Sonnenkollektoren
    während des Winterhalbjahrs
  • Grössere Biomasseproduktion dank längerer Vegetationsperiode

 [?] Ungewisse Auswirkungen

  • Zu- oder Abnahme der Schäden an der Energieversorgungsinfrastruktur (Übertragungsleitungen, Umspannwerke) durch Stürme
  • Zu- oder Abnahme der Produktion von Windkraftanlagen in Abhängigkeit von der Intensität von Stürmen

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Daten

Letzte Änderung 28.01.2019

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Klimaberichterstattung und -anpassung

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