Klimaschutz greift

Eine umfassende Senkung des weltweiten Treibhausgasausstosses könnte den Klimawandel wirksam eindämmen. So liessen sich bis Mitte des 21. Jahrhunderts etwa die Hälfte, bis Ende Jahrhundert zwei Drittel der möglichen Klimaveränderungen in der Schweiz vermeiden. Zwar würden die Temperaturen auch in der Schweiz weiter steigen, aber viel weniger als wenn die Emissionen unvermindert zunehmen.

 

Möglich um Mitte 21. Jahrhundert

Möglich gegen Ende 21. Jahrhundert

Temperatur Sommer 

+1 bis +2,5 °C

+1 bis +2,5 °C

Niederschlag Sommer 

-15 % bis +5 %

-15 % bis +10 %

Anzahl sehr heisse Tage 

+0 bis +8

+1 bis +7

100-Jährliches Eintages-Niederschlagsereignis Winter**

+5 %

+5 %

Temperatur Winter

+0,5 bis 2 °C

+0,5 bis 2 °C

Schweizweite Veränderungen im 30-Jahr-Mittelwert gegenüber 1981–2010. Die Werte für Ende Jahrhundert sind praktisch identisch. Temperaturänderungen sind auf 0,5 Grad genau, Niederschlagsänderungen auf 5 Prozent genau angegeben.
** Für die Änderungen in Starkniederschlägen wird nur die erwartete Änderung angegeben.
Mögliches Szenario 2060

Dank einem gemeinsamen Kraftakt haben die Vertragsstaaten das Hauptziel des Klimaschutzabkommens von Paris erreicht. Dadurch wird auch das Klima in der Schweiz entlastet: Im Sommer ist es bei uns zwar etwa 1,5 Grad Celsius wärmer als bisher. Aber ohne wirksame Klimaschutzmassnahmen wären es 2,5 bis 4,5 Grad Celsius.

Das Klimaschutzabkommen von Paris 2015 hat zum Ziel, den Anstieg der durchschnittlichen Temperatur an der Erdoberfläche auf deutlich unter 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Stand zu begrenzen. Dieses globale 2-Grad-Ziel liesse sich wahrscheinlich noch erreichen, falls die Unterzeichnerstaaten den bislang stetig ansteigenden Ausstoss von Treibhausgasen umgehend senken und in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts praktisch vollständig stoppen. 

Die bodennahe Lufttemperatur wird sich allerdings trotz Klimaschutz weiter erhöhen – in der Schweiz stärker als im weltweiten Mittel. So ist bis Mitte dieses Jahrhunderts je nach Jahreszeit eine zusätzliche Erwärmung zwischen etwa 0,5 bis 2,5 Grad Celsius wahrscheinlich. Zusammen mit der bereits beobachteten Klimaveränderung* ergibt sich für die Schweiz eine Erwärmung von insgesamt 2 bis 4 Grad Celsius gegenüber vorindustrieller Zeit. 

Die Niederschlagsmengen in unserem Land könnten gegenüber heute im Sommer bis um 15 Prozent abnehmen und im Winter ebenso viel zulegen. Diese Werte gelten für Mitte des Jahrhunderts, würden sich jedoch bis Ende Jahrhundert kaum verändern – das zeigt, dass Klimaschutzmassnahmen das Klima langfristig stabilisieren können. 

Der Klimaschutz zeitigt auch bei den anderen Aspekten der Klimaveränderung in der Schweiz Wirkung: Sommertrockenheit, Hitze, Starkniederschläge und Schneearmut sind deutlich weniger ausgeprägt als bei unvermindert steigenden Emissionen. So ist etwa mit weniger als zehn sehr heissen Tagen pro Jahr zu rechnen – statt mit über dreissig ohne Klimaschutz. 

* Die Temperatur ist zwischen dem Normzeitraum 1981–2010 und einem früh-industriellen Zeitraum (1864–1900) im Mittel um 1,5 Grad Celsius angestiegen.

Das Potenzial des Klimaschutzes
Das Potenzial des Klimaschutzes: Eine umfassende weltweite Senkung des Treibhausgasausstosses würde auch die Erwärmung in der Schweiz stark eindämmen. Dennoch würden die Temperaturen bis Mitte dieses Jahrhunderts weiter steigen. Bei weiter steigenden Emissionen und ohne wirksamen Klimaschutz hingegen würde sich der Anstieg der Temperaturen bis weit über dieses Jahrhundert hinaus fortsetzen.

Die Kernaussagen finden Sie auch in der CH2018 Broschüre, die in gedruckter Form oder elektronisch als Download erhältlich ist.  

Letzte Änderung 06.12.2018

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Andreas Fischer

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