Heftige Niederschläge

Starkniederschläge werden in Zukunft wahrscheinlich merklich häufiger und intensiver als wir es heute erleben. Dies betrifft alle Jahreszeiten, aber besonders den Winter. Auch seltene Extremereignisse wie ein Jahrhundertniederschlag fallen deutlich heftiger aus.




Ohne Klimaschutz 
Stärkster jährlicher
Eintagesniederschlag 
100-jährliches Eintages-
Niederschlagsereignis 
Winter  Sommer  Winter  Sommer 
Erwartet um Mitte 21. Jahrhundert +10 %  +10 % +10 %  +20 %
Erwartet gegen Ende 21. Jahrhundert +20 %  +10 % +20 %  +20 %
Erwartete Veränderungen gegenüber 1981-2010 ohne Klimaschutz (Median der Simulationen, Maximum der Regionen). Der Unsicherheitsbereich der Starkniederschläge ist nicht berücksichtigt, da er stark von natürlichen Schwankungen bestimmt ist. Niederschlagsänderungen sind auf 5 Prozent genau angegeben.
Mögliches Szenario 2060

Während des stärksten Niederschlagstags fällt durchschnittlich etwa 10 Prozent mehr Niederschlag. Ein Jahrhundertniederschlag im Sommer bringt rund 20 Prozent mehr Regen als heute.

Seit 1901 hat die Niederschlagsmenge von einzelnen Starkniederschlägen in der Schweiz um 12 Prozent zugenommen. Da wärmere Luft pro Grad Celsius der Erwärmung etwa 6 bis 7 Prozent mehr Wasser aufnehmen kann, ist die gemessene Intensivierung der Niederschläge physikalisch gut verstanden. 

Es ist damit zu rechnen, dass sich dieser Trend auch in Zukunft fortsetzt: Bei ungebremstem Klimawandel ist bis Mitte dieses Jahrhunderts zu erwarten, dass die stärksten Eintagesniederschläge im Winter um weitere rund 10 Prozent heftiger ausfallen. Bis Ende des Jahrhunderts beträgt die erwartete Zunahme 20 Prozent. Im Sommer bewegen sich die Zunahmen um 10 Prozent. Für andere Jahreszeiten liegen die Veränderungen zwischen denen für Winter und Sommer.

Auch sehr seltene Niederschlagsereignisse, wie sie etwa einmal in 100 Jahren eintreten, verstärken sich. Die Veränderung ist in allen Jahreszeiten ähnlich und beträgt Mitte Jahrhundert 10 bis 20 Prozent, gegen Ende Jahrhundert etwa 20 Prozent. Trotz abnehmender Niederschlagssummen werden also Einzelereignisse stärker.

Die Entwicklung der Starkniederschläge schwankt jedoch zeitlich und räumlich stark und kann über längere Zeiträume vom langfristigen Trend abweichen. 

Die grössere Intensität von Starkniederschlägen kann erhebliche Kostenfolgen nach sich ziehen. Heftige Niederschläge können beispielsweise Erdrutsche und Überschwemmungen verursachen und so grosse Schäden anrichten. Daher müssen Infrastrukturen wie Hochwasserschutzbauten und Kanalisationen ausreichend dimensioniert sein.

Das Schadenspotenzial der Niederschlagsextreme ist in Zukunft jedoch nicht allein wegen der höheren Niederschlagsmengen grösser. Der Anstieg der Schneefallgrenze erhöht insbesondere im Winter den Anteil des flüssigen Niederschlags und beschleunigt so den Abfluss.

Die Kernaussagen finden Sie auch in der CH2018 Broschüre, die in gedruckter Form oder elektronisch als Download erhältlich ist.  

Letzte Änderung 06.12.2018

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Andreas Fischer

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«Gebäudeschutz, Hochwasserschutzbauten
und Entwässerungssysteme müssen in Zukunft noch besser aufeinander abgestimmt
und ausreichend dimensioniert werden. Dazu gilt es, nicht nur auf Daten der
Vergangenheit abzustützen, sondern auch Klimaprojektionen adäquat in den
entsprechenden Normen abzubilden.»

Stefan Cadosch, Präsident Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein sia 

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