A.04 Hitzestress bei Weidekühen

Der globale Klimawandel führt zu häufigeren Hitzeperioden, auch in der Schweiz. Milchvieh ist besonders anfällig für Hitzestress. Bekannte Kühlmassnahmen, die häufig im Stall eingesetzt werden, eignen sich zumeist nicht für Weidetiere während Hitzeperioden. Ziel dieses Projekts ist es, eine Methode zu entwickeln, um Hitzestress bei Weiderindern frühzeitig und zuverlässig zu erkennen und effektive Strategien zur Minimierung der Hitzelast zu evaluieren.

Ausgangslage

Die Schweizer Milchwirtschaft setzt zunehmend auf weidebasierte Systeme. Nebst allen Vorteilen der Weidehaltung setzt sie demgegenüber die Rinder der Hitze unmittelbar aus. Hitzestress kann die Leistung, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere ernsthaft beeinträchtigen. Gerade Milchvieh ist besonders anfällig. Der globale Klimawandel führt zu häufigeren Hitzeperioden, auch in gemässigten Klimazonen wie der Schweiz. Die Kenntnis von beobachtbaren Hitzestress-Anzeichen im Verhalten der Weidekühe würde es den Landwirten ermöglichen, effiziente Kühlstrategien rechtzeitig anzuwenden. So könnten negative Folgen vermieden und das Tierwohl verbessert werden. Dieses Projekt will eine Methode entwickeln, um diese Anzeichen frühzeitig zu erkennen.

Ziele

  • Sensibilisierung von Landwirten zur Auswirkung von Hitzestress bei Milchkühen.
  • Erweiterung des praktischen Wissens zum Umgang mit Hitzestress bei Milchkühen.
  • Tierwohl und Tiergesundheit fördern.

Vorgehen

  • Es wird eine Online-Befragung mit mindestens 250 Bauern durchgeführt. Die Bauern werden nach ihrem Weide- und Hitzestress-Management befragt. In 25 Milchviehbetrieben werden die danach die klimatischen Bedingungen im Sommer gemessen. Die Landwirte erfassen die täglichen Weidezeiten und die verwendeten Kühlmassnahmen.
  • In einem Experiment während zwei Sommern mit 24 Milchkühen wird die Hälfte davon den ganzen Tag auf der Weide bleiben und die andere Hälfte während der heissesten Tageszeit in den Stall gebracht. Dabei werden das Verhalten, physiologische Indikatoren und die Leistung der Kühe kontinuierlich erfasst, ebenso die Klimadaten.
  • Aufgrund der gewonnenen Daten werden Verhaltensindikatoren identifiziert, diese werden in 12 Milchwirtschaftsbetrieben validiert.

Angestrebte Produkte

  • Artikel in der Fachpresse.
  • Agroscope Transfer-Bericht.
  • Vorträge.
  • Fachtagungen.
  • Publikationen in internationalen Journals.
Vollständiger Projekttitel:  Verhaltensmerkmale zur Erkennung von beginnendem Hitzestress bei Milchkühen in weidebasierten Haltungssystemen in der Schweiz (A.04)
Projektgebiet: Schweiz
Laufzeit: April 2018 – Juni 2021
Träger: Agroscope Zentrum für tiergerechte Haltung von Wiederkäuern und Schweinen
Begleitung: Bundesamt für Veterinärwesen BLV, Bundesamt für Landwirtschaft BLW

Fachkontakt
Letzte Änderung 25.07.2019

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Kontakt

Nina Keil
nina.keil@agroscope.admin.ch
Tel. +41 58 480 33 76;

Frigga Dohme-Meier
frigga.dohme-meier@agroscope.admin.ch
Tel. +41 58 466 72 27
 

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