Wasserlebewesen in Bedrängnis

Die intensive Nutzung und starke Verbauung der Gewässer sowie der Eintrag von Schadstoffen beeinträchtigen viele Tiere und Pflanzen, die im und am Wasser leben. Der Klimawandel verstärkt die Belastung der Gewässer durch höhere Wassertemperaturen und veränderte Abflüsse. Die biologische Vielfalt in und an den Gewässern wird abnehmen.

Aesche
© Michel Roggo

Flüsse und Bäche werden sich in allen Regionen der Schweiz weiter erwärmen. Falls Treibhausgase weltweit weiter wie bisher ausgestossen werden, könnten die sommerlichen Wassertemperaturen der Fliessgewässer bis Ende dieses Jahrhunderts um 3 bis 9 Grad ansteigen. Wenn Klimaschutzmassnahmen ergriffen werden, bleibt die Erwärmung im Sommer gegenüber heute voraussichtlich unter 3 Grad. Im Winter fällt die Erwärmung geringer aus.

Mit dem Klimawandel häufen sich auch sommerliche Niedrigwasserphasen. Immer öfter versiegen Bäche und fallen Flussabschnitte trocken. Das Zusammenwirken von Erwärmung und Wassermangel führt voraussichtlich sehr schnell zu starken Veränderungen in den Ökosystemen.

Der Jahresdurchschnitt der Wassertemperatur an der Oberfläche der Seen könnte sich durch den Klimawandel bis Ende des Jahrhunderts um 3 bis 4 Grad erhöhen. Dies behindert den Austausch zwischen Oberflächen- und Tiefenwasser. Als Folge davon verändert sich die Verteilung von Sauerstoff und Nährstoffen in Seen, was Konsequenzen für das gesamte Nahrungsnetz nach sich zieht. 

Auswirkungen der Klimaerwärmung auf Seen

Auswirkungen der Klimaerwärmung auf Seen
Die Illustrationen verdeutlichen, wie der Klimawandel in die natürlichen Prozesse im See eingreift.

Nicht alle Wasserlebewesen können ausweichen

Manche Wasserlebewesen können sich an die klimabedingten Veränderungen anpassen, indem sie in kühlere, meist höher liegende Gewässer ausweichen. Dies gelingt ihnen allerdings nur, wenn sie keine Hindernisse wie Wasserkraftwerke oder Schwellen aufhalten. Auch muss sich der neue Lebensraum für sie eignen. Für Äschen etwa wäre die Temperatur von Bergbächen optimal. Jedoch kämen sie dort nicht mit der starken Strömung zurecht. 

Die gesamte einheimische Biodiversität am Wasser ist bereits heute stark unter Druck. Gefährdet ist nicht nur die Vielfalt der Fische und Krebse, die zu den am stärksten bedrohten Arten in der Schweiz gehören.

Wassertemperaturen in Fliessgewässern

Wassertemperaturen in Fliessgewässern
Die beiden Grafiken zeigen die voraussichtliche Entwicklung der durchschnittlichen Temperaturen der Schweizer Fliessgewässer im Sommer. Die hellen Flächen verdeutlichen die Bandbreite der Simulationen.

Gewinner und Verlierer

Gewinner und Verlierer
Das Leben im Wasser reagiert unterschiedlich auf den Klimawandel. Während einige Organismen von den veränderten Bedingungen profitieren, kommen andere schlecht oder gar nicht damit zurecht. Die einheimische biologische Vielfalt wird insgesamt abnehmen.

Erwartete Veränderungen

  Mit Klimaschutz 
bis Ende Jahrhundert
Ohne Klimaschutz 
bis Ende Jahrhundert
Wassertemperatur Fliessgewässer Sommer +1,5 bis +3 °C  +3 bis +9 °C
Wassertemperatur Oberfläche Seen Jahr ca. +1 °C  +3 bis +4 °C
Mögliche Veränderungen 2081–2090 gegenüber 1991–2000 für Fliessgewässer und 2070–2099 gegenüber 1981–2010 für Seen. 10- bzw. 30-Jahres-Durchschnittswerte für die Schweiz auf 0,5 Grad genau angegeben.

Die Kernaussagen finden Sie auch in der Hydro-CH2018 Broschüre, die in gedruckter Form oder elektronisch als Download erhältlich ist.  

Weitere Informationen

Dokumente

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Hydro-CH2018-Broschüre

Diese Broschüre zeigt auf, wie der Wasserhaushalt der Schweiz funktioniert und mit welchen Veränderungen gerechnet werden muss. Sie richtet sich an Anwender aus der Praxis.

Cover Synthesebericht

Auswirkungen des Klimawandels auf die Schweizer Gewässer

Der Bericht «Auswirkungen des Klimawandels auf die Schweizer Gewässer» bietet eine kompakte Übersicht über die Ergebnisse und ist ein Einstieg zu weiteren Fachinformationen und Daten.

Letzte Änderung 13.03.2021

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Kontakt

Bundesamt für Umwelt BAFU

Abteilung Hydrologie
Papiermühlestr. 172
3063 Ittigen

hydrologie@bafu.admin.ch
www.bafu.admin.ch

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«Die Forelle fühlt sich bei Wassertemperaturen um 13 Grad am wohlsten. Ab 20 Grad gerät sie unter Stress, mehr als 25 Grad erträgt der Fisch nur kurze Zeit, dann sind grosse Bestände akut bedroht. Der Klimawandel gefährdet aber nicht nur die Forelle. Andere Tiere, die an kühle und sauerstoffreiche Gewässer angepasst sind, werden regional aussterben. Teilweise völlig unbemerkt.»

Biologin Aline

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