Steigendes Gefahrenpotenzial

Heftigere Starkregenfälle führen in Zukunft vermehrt zu lokalen Überschwemmungen und Oberflächenabfluss. Es gibt zudem Hinweise darauf, dass auch grossräumige Hochwasser häufiger werden. Die Erwärmung lässt ausserdem Gletscher abschmelzen und den gefrorenen Untergrund in hoch gelegenen Gebieten instabil werden.

Eine wärmere Atmosphäre enthält mehr Energie und kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen – das Potenzial für heftige Regenfälle und Gewitter steigt. Die stärksten Eintagesniederschläge werden daher bis Ende des Jahrhunderts um 20 Prozent intensiver ausfallen, sofern kein Klimaschutz erfolgt. Bei einem zukünftigen Sommergewitter kann also erheblich mehr Regen fallen als heute. Zudem kommt es häufiger zu Starkniederschlägen.

Als Folge werden lokale Überschwemmungen durch Hochwasser und Oberflächenabfluss zunehmen. Bei Oberflächenabfluss versickert der Niederschlag nicht im Boden, sondern überflutet das offene Gelände und verursacht Schäden an Gebäuden, Infrastrukturen und Feldern. Zwei Drittel aller Gebäude in der Schweiz stehen in potenziell durch Oberflächenabfluss gefährdeten Zonen.

Es gibt auch Hinweise darauf, dass Hochwasser infolge anhaltender Niederschläge häufiger werden und weiträumig Überschwemmungen und Schäden verursachen könnten. Trotz einer eindeutigen Zunahme von lokalen Starkniederschlägen bleibt die zukünftige Entwicklung seltener grossräumiger Hochwasserereignisse schwierig vorherzusagen. 

Die Gletscher schmelzen

Die Gletscher schmelzen
Die Grafik zeigt, wie sich das Volumen der Gletscher im Alpenraum zukünftig verändert. Die hellen Flächen verdeutlichen die Bandbreite der Simulationen.
© Zekollari et al. 2019

Alpenraum besonders betroffen

Da die steigenden Temperaturen den dauerhaft gefrorenen Untergrund (Permafrost) in den Bergen auftauen und Gletscher schwinden lassen, nimmt die Hangstabilität in den Bergen ab. Hangrutschungen, Felsstürze und Murgänge häufen sich. Die Menge an losem Gestein und Geröll nimmt zu. Bei Hochwasser wird das Lockermaterial in tiefergelegene Gebiete transportiert und kann dort Schaden anrichten.

Aufgrund von Bevölkerungszunahme und der intensiveren Nutzung der Landschaft entstehen immer mehr Sachwerte, die durch Naturgefahren bedroht sind. Um Schäden vorzubeugen, stehen die Gefahrenkarte «Naturgefahren» sowie die Gefährdungskarte «Oberflächenabfluss» zur Verfügung. Sie weisen die Gebiete aus, die von Ereignissen betroffen sein könnten.

Im Umgang mit Risiken durch Naturgefahren hat sich in der Schweiz das integrale Risikomanagement bewährt. Mit diesem umfassenden Ansatz können die Verantwortlichen konsequent auch die Veränderungen berücksichtigen, die der Klimawandel bringt – beispielsweise bei der Ausarbeitung von Nutzungsplänen, Baureglementen oder Einsatzplänen.

Einflussfaktoren auf das Hochwassergeschehen und deren Veränderung mit dem Klimawandel

Einflussfaktoren auf das Hochwassergeschehen und deren Veränderung mit dem Klimawandel

Erwartete Veränderungen

  Mit Klimaschutz 
bis Ende Jahrhundert
Ohne Klimaschutz 
bis Ende Jahrhundert
100-jährlicher Eintagsniederschlag +5 %  +20 % 
Gletschervolumen Alpen –50 bis –80 %  –90 bis –100 %
Möglicher Bereich der Veränderungen 2070–2099 gegenüber 1981–2010 (Bandbreite der Simulationen). 30-Jahres-Durchschnittswerte für die Schweiz auf 5% genau angegeben. Unsicherheitsbereich der Starkniederschläge ist nicht berücksichtigt, da er stark von natürlichen Schwankungen bestimmt ist.

Die Kernaussagen finden Sie auch in der Hydro-CH2018 Broschüre, die in gedruckter Form oder elektronisch als Download erhältlich ist.  

Weitere Informationen

Dokumente

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Hydro-CH2018-Broschüre

Diese Broschüre zeigt auf, wie der Wasserhaushalt der Schweiz funktioniert und mit welchen Veränderungen gerechnet werden muss. Sie richtet sich an Anwender aus der Praxis.

Cover Synthesebericht

Auswirkungen des Klimawandels auf die Schweizer Gewässer

Der Bericht «Auswirkungen des Klimawandels auf die Schweizer Gewässer» bietet eine kompakte Übersicht über die Ergebnisse und ist ein Einstieg zu weiteren Fachinformationen und Daten.

Letzte Änderung 13.03.2021

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Kontakt

Bundesamt für Umwelt BAFU

Abteilung Hydrologie
Papiermühlestr. 172
3063 Ittigen

hydrologie@bafu.admin.ch
www.bafu.admin.ch

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«Wir müssen uns darauf einstellen, dass oberflächlich abfliessendes Wasser bei heftigem Regen mehr Schäden anrichtet. Bedroht sind viele Gebäude in der Schweiz. Wer eine Liegenschaft besitzt, sollte unbedingt auf der Gefährdungskarte «Oberflächenabfluss» nachschauen, ob die Immobilie in einer gefährdeten Zone liegt. Schon einfache Massnahmen können verhindern, dass beispielsweise Wasser in Tiefgaragen oder Keller eindringt.»

Feuerwehrmann Renato

https://www.nccs.admin.ch/content/nccs/de/home/klimawandel-und-auswirkungen/schweizer-hydroszenarien/kernaussagen/steigendes-gefahrenpotenzial.html