Grundwasser

Die Schweiz verfügt über sehr grosse Grundwasservorkommen, die jedoch räumlich ungleich verteilt sind. Deshalb kommt es bei Trockenheit bereits heute lokal und temporär vermehrt zu Engpässen bei der Verfügbarkeit von Grundwasser. Diese Tendenz wird durch den Klimawandel zunehmen. Die Grundwasserneubildung wird im Winter und Frühling zunehmen und im Sommer und Herbst abnehmen.

Grundwasser Bad Zurzach klein

Grundwasser ist der wichtigste und grösste Wasserspeicher in der Schweiz. Dabei wird zwischen Grundwasser in Lockergestein, in Klüften des Festgesteins und im Karst unterschieden. Sein Gesamtvolumen wird auf 150 Kubikkilometer geschätzt, wobei die Grundwasservorkommen unterschiedlich ergiebig sind. Bei Trockenheit kommt es bereits heute lokal und temporär vermehrt zu Engpässen bei der Verfügbarkeit von Grundwasser. Diese Tendenz wird durch den Klimawandel zunehmen.

Übersichtskarte der Ergiebigkeit der Grundwasservorkommen in der Schweiz

Übersichtskarte der Ergiebigkeit der Grundwasservorkommen in der Schweiz
Die sehr ergiebigen Grundwasservorkommen liegen vor allem in den Lockergesteins-Grundwasserleitern in den Flusstälern.
© Sinreich et al. (2012)

Infolge der erwarteten Zunahme der Winterniederschläge, des höheren Regenanteils und der früheren Schneeschmelze wird die Grundwasserneubildung im Winter und Anfang Frühling in allen Höhenlagen zunehmen. In höher gelegenen Gebieten wird dies noch dadurch verstärkt, dass die Böden im Winterhalbjahr weniger lang gefroren oder von Schnee bedeckt sein werden.

Im Sommer wird die Grundwasserneubildung dafür wegen Abnahme der Niederschläge und höherer Verdunstung zurückgehen. Dies gilt besonders für die alpinen Flusstalschottern, in denen die abnehmende Schnee- und Gletscherschmelze im Sommer spürbar sein wird.

Über das Jahr gesehen wird eine leichte Abnahme der Grundwasserneubildung erwartet. Solange über mehrere Jahre hinweg gesehen die Gesamtmenge der Grundwasserneubildung jedoch ausreicht, die Speicher zu füllen, wird sich am Gesamtvolumen auch mit dem Klimawandel wenig ändern. Jedoch wirken sich die Veränderung der Grundwasserneubildung auf die jahreszeitliche Verteilung der Grundwasserstände und damit auch auf das nachhaltig nutzbare Grundwasservolumen aus.

Grundwasserneubildung und Einflussfaktoren des Klimawandels

Grundwasserneubildung und Einflussfaktoren des Klimawandels
Wie viel Grundwasser aus Flusswasser oder aus Niederschlag neu gebildet wird, hängt von der Beschaffenheit des Einzugsgebiets ab. Die Menge variiert je nach Jahreszeit und Höhenstufe des betrachteten Gebietes. Im Zuge des Klimawandels wird die Grundwasserneubildung im Winter und Anfang Frühling in allen Höhenlagen zunehmen und im Sommer und Herbst abnehmen.
© Hunkeler et al. 2020

Dokumente

Der Bericht «Auswirkungen des Klimawandels auf die Schweizer Gewässer» bietet eine kompakte Übersicht über die Ergebnisse und ist ein Einstieg zu weiteren Fachinformationen und Daten.

Letzte Änderung 13.03.2021

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Hydrologische Grundlagen zum Klimawandel

Hydro-CH2018 untersucht, wie sich der Klimawandel auf die Wasserressourcen und die Naturgefahren auswirkt, und entwickelt hydrologische Szenarien.

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