Schutz vor dem Wasser

Häufigere und intensivere Starkniederschläge, die klimabedingte Zunahme des Sedimenttransports und die fortschreitende Siedlungsentwicklung in Gefahrengebieten erhöhen die Risiken durch Hochwasser und Oberflächenabfluss. Dem wird im Hochwasserschutz und bei der Siedlungsentwässerung bereits Rechnung getragen.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Phasen mit vielen und grossräumigen Hochwasserereignissen. Die Auftretenswahrscheinlichkeit solcher Ereignisse ist eine wichtige Grösse für die Planung und Dimensionierung von Hochwasserschutzmassnahmen, und es gibt Hinweise darauf, dass sie zunimmt.

Unsicherheiten bezüglich Extremereignissen bestehen bereits heute; sie nehmen angesichts des Klimawandels künftig noch zu. Der Hochwasserschutz muss diese Unsicherheiten konsequent berücksichtigen. Zusätzlich dürfte durch den Klimawandel auch mehr Sediment mobilisiert und während Hochwasserereignissen mittransportiert und abgelagert werden, was zu grossen Schäden führen kann.

Mehr Starkniederschläge – mehr Oberflächenabfluss

Die Klimaszenarien CH2018 prognostizieren ohne Klimaschutz einen Anstieg der Starkniederschläge um bis zu 20 Prozent bis Ende dieses Jahrhunderts. Bei Starkniederschlägen kann das Wasser vom Boden nur noch teilweise aufgenommen werden und fliesst oberflächlich ab. Dadurch kann es zu flächendeckenden Überflutungen auch fern von Gewässern kommen. Oberflächenabfluss kann Schäden an Gebäuden, Infrastruktur und in der Landschaft in Millionenhöhe verursachen.

Im Kontext des Klimawandels sollte das Bewusstsein für die Gefahren durch Oberflächenabfluss gestärkt werden. Bereits mit oft einfachen und kostengünstigen Objektschutzmassnahmen oder Sperren und niedrigen Barrieren kann das Eintreten von Wasser in Keller oder Tiefgaragen verhindert werden.

Hochwasser und Oberflächenabfluss

Integrales Risikomanagement

Wie sich die Hochwasserrisiken in den nächsten Jahrzehnten entwickeln, hängt nicht nur von der Veränderung der Spitzenabflüsse ab, sondern auch davon, ob das Schadenpotenzial weiter zunimmt. Die Siedlungsfläche in der Schweiz hat sich seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis 2009 mehr als verdreifacht. Durch die Ausdehnung der Siedlungsfläche, höhere Sachwerte in den Gebäuden und der intensivierten Raumnutzung auch in potenziellen Gefahrengebieten hat sich das Schadenpotenzial von Hochwasserereignissen laufend vergrössert. 

Um einer weiteren Zunahme der Risiken vorzubeugen, ist es entscheidend, den Risikogedanken schon bei der Ausarbeitung von Richtplänen, Nutzungsplänen oder Baureglementen einzubeziehen. Zu diesem Zweck wurden schweizweit Gefahrenkarten erstellt, die zeigen, wo in der Schweiz Siedlungen und Verkehrswege durch Hochwasser und andere Naturgefahren bedroht sind.

Im Umgang mit Risiken durch Naturgefahren hat sich in der Schweiz das integrale Risikomanagement bewährt. Mit diesem umfassenden Ansatz können die Verantwortlichen konsequent auch die Veränderungen berücksichtigen, die der Klimawandel bringt – beispielsweise bei der Ausarbeitung von Nutzungsplänen, Baureglementen oder Einsatzplänen.

Neue Gefahren auch ausserhalb von Zonen, die gemäss Gefahrenkarte durch Hochwasser gefährdet sind

Neue Gefahren auch ausserhalb von Zonen, die gemäss Gefahrenkarte durch Hochwasser gefährdet sind
Viele Gebäude (rot eingefärbt) in Zofingen (AG), die bei einem anhaltenden Gewitter im Juli 2017 Wasserschäden erlitten, liegen ausserhalb bisher bekannter Gefahrenzonen. Gründe sind Oberflächenabflüsse sowie der Rückstau infolge einer überlasteten Kanalisation.
© Abteilung Landschaft und Gewässer (ALG) des Kantons Aargau (2017)

Letzte Änderung 14.05.2021

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Hydrologische Grundlagen zum Klimawandel

Hydro-CH2018 untersucht, wie sich der Klimawandel auf die Wasserressourcen und die Naturgefahren auswirkt, und entwickelt hydrologische Szenarien.

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