Klimawandel und Bevölkerungsschutz

Der Klimawandel hat zur Folge, dass Wetterextreme zunehmen, und zwar sowohl hinsichtlich Häufigkeit als auch Intensität. Bereits heute lässt sich in vielen Gebieten eine Zunahme von Starkniederschlägen feststellen. Dies wird sich auf das Schadenausmass auswirken. Auch die Häufigkeit und der Umfang der erforderlichen Interventionen von Einsatzkräfte des Bevölkerungsschutzes werden zunehmen.

Der Klimawandel stellt auch die Einsatzkräfte im Bevölkerungsschutz vor grosse Herausforderungen.

Die Herausforderung des Klimawandels für den Bevölkerungsschutz wird schon seit mehreren Jahren thematisiert. Die Auswirkungen und die daraus abzuleitenden Massnahmen wurden aber bis anhin nur allgemein festgehalten.

Im Rahmen des Themenschwerpunktes Klimawandel und Bevölkerungsschutz wurde die Studie "Starkniederschläge und Einsatzplanung von Schutz und Rettung Zürich" initiiert. Darin werden die Auswirkungen zunehmender Starkniederschläge auf die Einsätze am Beispiel von Schutz und Rettung Zürich aufgezeigt.

Ziele

Die Studie umfasst zwei Teile mit klar definierten Zielen:

  • Teil 1: Analyse der Abhängigkeit der Einsätze vom Niederschlag:
    Identifikation der kritischen Schwellenwerte in Bezug auf den Niederschlag zur Auslösung eines Einsatzes.
  • Teil 2: Abschätzung der qualitativen Veränderungen der zukünftigen Einsätze in den nächsten 20 Jahren.

Da es sich um eine Pilotstudie handelt, die als Grundlage für weitere Analysen dienen soll, ist die verwendete Methode nachvollziehbar dokumentiert.

Inhalt

Die Analysen zeigen, dass ein quantitativer Zusammenhang zwischen dem Niederschlag und der Anzahl Einsätze von Schutz und Rettung Zürich besteht. Dabei ist zwischen kurzen Starkniederschlägen und langandauernden Niederschlägen zu unterscheiden. Für die kurzen Starkniederschläge konnte ein Schwellenwert für die maximale Niederschlagsintensität in den drei Stunden vor dem Einsatz von 15 mm hergeleitet werden. Für die langandauernden Niederschläge beträgt der Schwellenwert für die 12-Stunden Summe vor dem Einsatz 30 mm. Damit können für Schutz und Rettung Zürich relevante Ereignisse mit einer grösseren Zahl von Einsätzen (> 50 Einsätze innerhalb von sechs Stunden) detektiert werden.

Rund 75 % der Einsätze haben in Gebieten stattgefunden, die potenziell durch Oberflächenabfluss gefährdet sind. Dem stehen ungefähr 25 % der Einsätze gegenüber, die von Überflutung durch Fliessgewässer oder Seen betroffen sein können. Diese beiden Gefahrenprozesse können sich auch überlagern.

Resultate der Studie bezüglich Gefahrenprozesse, Schwellenwerte und zukünftigen Entwicklungen.

Die Studie zeigt auf, dass in der nahen Zukunft (ca. 20 Jahre) die Siedlungsentwicklung die grössere Herausforderung für Schutz und Rettung Zürich darstellt, als der Klimawandel. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts werden jedoch die Auswirkungen des Klimawandels klar an Bedeutung gewinnen.

Highlights

  • Die Studie verdeutlicht die grosse Bedeutung des Oberflächenabflusses.
  • Die Resultate der Studie sind für Schutz und Rettung Zürich eine Grundlage, um bei sich abzeichnenden Unwettern die Besetzung der Einsatzzentrale besser zu disponieren.
  • Aufgrund der Resultate der Studie können qualitative Aussagen zu den künftigen Anforderungen an Schutz und Rettung Zürich im Zusammenhang mit dem Klimawandel und der Siedlungsentwicklung gemacht werden.
  • Mit der Studie ist eine Methode entwickelt worden, die es ermöglicht, die Zusammenhänge zwischen dem Niederschlag und den Einsätzen von Schutz & Rettung Zürich quantitativ zu analysieren. Diese Methode kann für andere Regionen oder für andere Prozesse (z.B. Hitze) verwendet werden.
  • Der partizipative Ansatz war für die Erarbeitung der Studie sehr gewinnbringend. Durch den Einbezug von Stakeholdern aus Bund, Kanton, Stadt, Versicherungen und Wissenschaft sind verschiedene Sichtweisen eingeflossen

Partner

Die Studie ist unter der Leitung des Bundeamts für Bevölkerungsschutz BABS durch das geowissenschaftliche Büro geo7 AG erarbeitet worden.

Die Erarbeitung der Studie war nur dank dem hochwertigen Datenmaterial möglich, das von Schutz und Rettung Zürich, MeteoSchweiz und den kantonalen Fachstellen des Kantons Zürich zur Verfügung gestellt wurde.

Die wichtigsten Partner:

  • Stadt Zürich, Schutz & Rettung
  • Stadt Zürich, Sicherheitsdepartement und Stadtpolizei
  • Kanton Zürich, Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft AWEL
  • Gebäudeversicherung Zürich GVZ
  • Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz
  • National Centre for Climate Services NCCS
  • Bundesamt für Umwelt BAFU
  • Eidgenössische Technische Hochschule ETH Zürich
  • Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

Dokumente

Letzte Änderung 12.12.2018

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