In diesem Projekt werden Grundlagen entwickelt, die dazu beitragen, die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit von Menschen und Tieren angesichts des Klimawandels zu erhalten und zu fördern.
Hintergrund
Im Projekt «Auswirkungen des Klimawandels auf Gesundheit von Mensch und Tier» werden im Rahmen des Programms «Entscheidungsgrundlagen für den Umgang mit dem Klimawandel in der Schweiz (NCCS-Impacts)» (2022-2026) wissenschaftliche Erkenntnisse über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit von Mensch und Tier erarbeitet. Die Erkenntnisse sollen bestehenden Wissenslücken und vorgängig identifiziertem Forschungsbedarf begegnen. Sie unterstützen Entscheidungsprozesse von Akteuren aus Politik, Verwaltung, Privatwirtschaft und Forschung und dienen als Grundlage, um Massnahmen und Strategien zu entwickeln und umzusetzen.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) leiten das Projekt unter dem One-Health-Ansatz gemeinsam.
Fragestellungen und Produkte
Modul 1: Gesundheitsrisiken durch zunehmende Hitze in der Schweiz
Als Ergebnisse des Projekts stehen zwei neue Webtools zur Verfügung: Ein Webtool zeigt in einer interaktiven Karte die räumliche Verteilung von Hitzeintensität in Kombination mit besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen. Die Anwendung wurde für die Städte Basel, Bern und Zürich entwickelt und kann auf weitere Städte ausgeweitet werden. Ein zweites Webtool ermöglicht die Abschätzung von Notfallkonsultationen in Spitälern während Hitzeperioden, basierend auf Daten aus Bern.
Weiter stehen den Akteuren zwei Fachberichte zur Verfügung: Ein Fachbericht zeigt, welche Faktoren bei Personen mit Spitex-Unterstützung Hospitalisierungen an sehr heissen Tagen erhöhen oder senken. Ein weiterer Fachbericht liefert für 143 Bezirke in der Schweiz Projektionen zur künftigen temperaturbedingten Sterblichkeit – in Abhängigkeit von Klimaszenarien und demografischer Entwicklung.
Zu den Fachberichten liegen Faktenblätter vor, die zentrale Ergebnisse übersichtlich zusammenfassen und Empfehlungen aufzeigen.
Modul 1 ist abgeschlossen. Ergebnisse und Produkte finden Sie auf der spezifischen Projektwebsite beim BAG: www.nccs-impacts.ch/gesundheit
Modul 2: Untersuchung der Auswirkungen von Hitze auf Schweine und Geflügel
Durch die Erhebung von Daten zum Stallklima und zum Tierverhalten werden Indikatoren für Hitzestress identifiziert und effiziente Kühlstrategien zur Minderung von Hitzestress untersucht.
Modul 2 ist in Bearbeitung. Ergebnisse und Produkte werden im Herbst 2026 veröffentlicht.
Modul 3: Untersuchung von klimabedingten Mykotoxinrisiken in Lebensmitteln
Forschende untersuchen, wie sich veränderte klimatische und produktionstechnische Bedingungen auf das Risiko für Pilzwachstum und Mykotoxine in Lebensmitteln auswirken.
Modul 3 ist in Bearbeitung. Ergebnisse und Produkte werden im Herbst 2026 veröffentlicht.
Modul 4: Untersuchung von zecken- und mückenübertragenen Krankheiten
Untersucht werden zecken- und mückenübertragene Krankheiten. Den Akteuren stehen drei Fachberichte sowie ergänzende Faktenblätter zur Verfügung. Diese beinhalten den Wissensstand in der Schweiz und in ökologisch vergleichbaren Nachbarregionen (Scoping Review), den Stand von Wissen und Massnahmen betreffend zecken- und mückenübertragene Krankheiten in der Schweiz (Befragungen bei kantonalen Behörden und der Bevölkerung des Kantons Bern) sowie das zukünftige Risiko mückenübertragener Krankheiten (Modellprojektionen).
Modul 4 ist in Bearbeitung. Ergebnisse und Produkte finden Sie im Sommer 2026 auf der spezifischen Projektwebsite beim BAG: www.nccs-impacts.ch/gesundheit
Projektpartner
- Centre universitaire de médecine générale et santé publique (Unisanté), (Julien Riou)
- EBP Schweiz AG (Andrea Bianchin, Rahel Renggli)
- Institute of Social and Preventive Medicine (ISPM), Forschungsgruppe «Climate Change and Health», Universität Bern (Ana M. Vicedo-Cabrera)
- Veterinary Public Health Institute (VPHI), Universität Bern (Gertraud Schüpbach)
- Zentrum für tiergerechte Haltung, BLV (Antonia Ruckli)
Weiterführende Informationen
Letzte Änderung 12.05.2026