Glossar

Aerosole

Aerosole sind feine Schwebepartikel in der Luft. Es gibt sie in flüssiger oder fester Form. Zu ihnen gehören u.a. Russ- und Sulfatpartikel und Feinstaub. Aerosole beeinflussen das Klima, indem sie kurzwellige Strahlung reflektieren (kühlender Effekt) und indem sie als Kondensations- und Eiskeime die Grundlage für Wolkenpartikel und Niederschlag bilden.

Anpassung (an den Klimawandel)

Der Prozess der Ausrichtung auf das tatsächliche oder erwartete Klima und dessen Auswirkungen. In Systemen des Menschen zielt Anpassung darauf ab, Schäden zu vermindern oder zu vermeiden, oder vorteilhafte Möglichkeiten zu nutzen. In einigen natürlichen Systemen kann die Anpassung an das erwartete Klima und dessen Auswirkungen durch Eingreifen des Menschen ermöglicht werden. Quelle: angepasst aus IPCC 2014: Anhang II: Glossar. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

Auswirkungen

Auswirkungen auf Leben, Existenzgrundlagen, Gesundheitsstatus, Ökosysteme, Wirtschaftssysteme, Gesellschaften, Kulturen, Dienstleistungen und Infrastruktur aufgrund der Wechselwirkung von Klimawandel bzw. gefährlichen Klimaereignissen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums auftreten, und der Verwundbarkeit einer exponierten Gesellschaft oder eines natürlichen Systems. Quelle: angepasst aus IPCC 2014: Anhang II: Glossar. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

Biodiversität

Die Vielfalt und Variabilität aller Lebewesen aus terrestrischen, marinen und anderen Ökosystemen. Biodiversität beinhaltet die Variabilität auf genetischer, artenbezogener und ökosystemarer Ebene. Quelle: angepasst aus IPCC 2014: Anhang II: Glossar. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

Chance

Der Begriff Chance wird verwendet, um das Potenzial für positive Auswirkungen auf Leben, Existenzgrundlagen, Gesundheit, Ökosysteme und Arten, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Vermögenswerte, Dienstleistungen (einschließlich Klimadienstleistungen) und Infrastruktur zu beschreiben. Quelle: angepasst aus IPCC 2014: Anhang II: Glossar. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

Emissionsszenario

Eine plausible Darstellung der zukünftigen Entwicklung der Emissionen von Substanzen, die potenziell strahlungswirksam sind (z. B. Treibhausgase, Aerosole), basierend auf einer kohärenten und in sich konsistenten Reihe von Annahmen über Antriebskräfte wie demographische und sozioökonomische Entwicklung oder Technologiewandel, Energie und Landnutzung und deren Schlüsselbeziehungen. Konzentrationsszenarien, die von Emissionsszenarien abgeleitet werden, werden als Vorgabe für Klimamodelle verwendet, um Klimaprojektionen zu berechnen. Quelle: IPCC 2014: Anhang II: Glossar. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

Ensemble

Eine Sammlung von Modellsimulationen, die eine Klimaprojektion kennzeichnet. Unterschiede in den Anfangsbedingungen und der Modellformulierung führen zu unterschiedlichen Entwicklungen der modellierten Systeme und können im Fall von Klimaprojektionen Informationen zu Unsicherheiten aufgrund von Modellfehlern und modellintern generierter Klimavariabilität liefern. Quelle: IPCC 2014: Anhang II: Glossar. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

Erdsystemmodell (ESM)

Ein gekoppeltes Allgemeines Atmosphären-Ozean-Zirkulationsmodell, das die Darstellung des Kohlenstoffkreislaufs beinhaltet und eine interaktive Berechnung atmosphärischer CO2- oder kompatibler Emissionen ermöglicht. Zusätzliche Komponenten (z. B. Atmosphärenchemie, Eisschilde, dynamische Vegetation, Stickstoffkreislauf, aber auch urbane oder Anbaumodelle) können eingeschlossen sein. Siehe auch Klimamodell. Quelle: IPCC 2014: Anhang II: Glossar. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

Frosttag (Klimaindikator)

An einem Frosttag liegt die Minimaltemperatur unter 0°C. Die Anzahl Frosttage pro Jahr sind ein häufig verwendeter Klimaindikator.

Gefährdung

Das potenzielle Auftreten eines natürlichen oder durch den Menschen induzierten physischen Ereignisses, Trends oder einer physischen Auswirkung, die den Verlust von Menschenleben, Verletzungen oder sonstige gesundheitliche Folgen verursachen können, sowie Schäden und Verlust von Besitz, Infrastruktur, Existenzgrundlagen, Bereitstellung von Leistungen, Ökosystemen und Umweltressourcen. Quelle:IPCC 2014: Anhang II: Glossar. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

Globale Erwärmung

Globale Erwärmung bezieht sich auf den allmählichen – beobachteten oder projizierten – Anstieg der globalen Oberflächentemperatur als eine der Folgen des durch anthropogene Emissionen verursachten Strahlungsantriebs. Quelle: IPCC 2014: Anhang II: Glossar. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

Globales Klimamodell (GCM)

Siehe Klimamodell

Heissester Tag (Klimaindikator)

Dieser Klimaindikator gibt die Maximaltemperatur an, die am heissesten Tag eines Jahres herrscht.

Hitzewelle

Eine Zeitspanne ungewöhnlichen und unangenehm heissen Wetters. Quelle: IPCC 2014: Anhang II: Glossar. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

Interne Variabilität

Siehe Klimavariabilität.

Kälteste Nacht (Klimaindikator)

Dieser Klimaindikator gibt die Minimaltemperatur der kältesten Nacht eines Jahres an.

Klima

Klima im engeren Sinne ist normalerweise definiert als das durchschnittliche Wetter, oder genauer als die statistische Beschreibung in Form von Durchschnitt und Variabilität relevanter Größen über eine Zeitspanne im Bereich von Monaten bis zu Tausenden oder Millionen von Jahren. Der klassische Zeitraum zur Mittelung dieser Variablen sind 30 Jahre, wie von der Weltorganisation für Meteorologie definiert. Die relevanten Größen sind zumeist Oberflächenvariablen wie Temperatur, Niederschlag und Wind. Klima im weiteren Sinne ist der Zustand, einschließlich einer statistischen Beschreibung, des Klimasystems. Quelle: IPCC 2014: Anhang II: Glossar. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

Klimadienstleistung

Klimadienstleistungen umfassen für Nutzer aufbereitete, wissenschaftliche Informationen und Daten zum Klima, Klimawandel und seinen Folgen. Sie dienen Entscheidungsträgern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur Minderung der Risiken, Erkennung von Chancen und zur Optimierung von Kosten.

Klimaindikator

Klimaindikatoren wie Sommer- oder Frosttage und viele weitere beschreiben das Klima und den Klimawandel anschaulich. Sie helfen Nutzerinnen und Nutzern in der Praxis, die Klimaentwicklung einzuordnen. Klimaindikatoren sind Kenngrössen, die aus meteorologischen Messgrössen, wie z.B. Temperatur oder Niederschlag, berechnet werden.

Klimamodell

Eine numerische Darstellung des Klimasystems, die auf den physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften seiner Bestandteile und deren Wechselwirkungen und Rückkopplungsprozessen basiert und einige seiner bekannten Eigenschaften berücksichtigt. Quelle: angepasst aus IPCC 2014: Anhang II: Glossar. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

Klimaprojektion

Eine Klimaprojektion ist die simulierte Reaktion des Klimasystems auf ein Szenario zukünftiger Emissionen oder Konzentration von Treibhausgasen und Aerosolen, häufig basierend auf einem Ensemble von Klimamodellen. Quelle: PCC 2014: Anhang II: Glossar. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

Klimaschutz

Siehe auch Minderung (des Klimawandels).

Klimasystem

Das Klimasystem ist das höchst komplexe System, das aus fünf Hauptbestandteilen besteht: der Atmosphäre, der Hydrosphäre, der Kryosphäre, der Lithosphäre und der Biosphäre, sowie den Wechselbeziehungen zwischen diesen. Das Klimasystem verändert sich über die Zeit unter dem Einfluss seiner eigenen inneren Dynamik und durch äußere Antriebe wie Vulkanausbrüche, solare Schwankungen und anthropogene Einflüsse wie die Änderung in der Zusammensetzung der Atmosphäre und der Landnutzungsänderung. Quelle: IPCC (2014)

Klimavariabilität

Klimavariabilität bezieht sich auf Schwankungen des mittleren Zustandes und anderer statistischer Größen (wie z. B. Standardabweichungen, das Auftreten von Extremereignissen usw.) des Klimas auf allen räumlichen und zeitlichen Skalen, die über einzelne Wetterereignisse hinausgehen. Variabilität kann durch natürliche interne Prozesse innerhalb des Klimasystems (interne Variabilität) oder durch natürliche oder anthropogene äußere Antriebe (externe Variabilität) begründet sein. Quelle: IPCC 2014: Anhang II: Glossar. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

Klimawandel

Klimawandel bezieht sich auf eine Änderung des Klimazustands, die aufgrund einer Änderung im Mittelwert und/oder im Schwankungsbereich seiner Eigenschaften identifiziert werden kann und die über einen längeren Zeitraum anhält, typischerweise Jahrzehnte oder länger. Klimawandel kann durch interne natürliche Prozesse oder durch äußere Antriebe wie Modulationen der Sonnenzyklen, Vulkanausbrüche sowie andauernde anthropogene Änderungen der Zusammensetzung der Atmosphäre oder der Landnutzung zustande kommen. Quelle: IPCC 2014: Anhang II: Glossar. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

Minderung (des Klimawandels)

Eingreifen des Menschen zur Verringerung der Quellen bzw. zur Förderung der Senken von Treibhausgasen. Quelle: angepasst aus IPCC 2014: Anhang II: Glossar. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

Neuschneetag (Klimaindikator)

An einem Neuschneetag fällt innerhalb von 24 Stunden mindestens 1 mm Niederschlag in Form von Schnee. Die Anzahl Neuschneetage pro Jahr ist als Klimaindikator für verschiedene Sektoren relevant, z.B. Tourismus, Strassenbau, Landwirtschaft und weitere.

Projektion

Eine Projektion ist eine potenzielle zukünftige Entwicklung einer Größe bzw. einer Reihe von Größen, häufig berechnet mit Hilfe eines Modells. Projektionen sind abhängig von Annahmen, zum Beispiel betreffend der zukünftigen sozioökonomischen und technologischen Entwicklungen. Siehe auch Klimaprojektion. Quelle: IPCC 2014: Anhang II: Glossar. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

Risiko

Das Potenzial für Auswirkungen, wobei etwas von Wert betroffen und der Ausgang ungewiss ist, unter Anerkennung der Vielfalt von Werten. Risiko wird häufig als Wahrscheinlichkeit des Auftretens gefährlicher Ereignisse oder Trends multipliziert mit den Folgen bei Eintreten dieser Ereignisse oder Trends dargestellt. Der Begriff Risiko wird verwendet, um das Potenzial für negative Auswirkungen auf Leben, Existenzgrundlagen, Gesundheit, Ökosysteme und Arten, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Vermögenswerte, Dienstleistungen (einschließlich Klimadienstleistungen) und Infrastruktur zu beschreiben, wenn der Ausgang unsicher ist. Quelle: IPCC 2014: Anhang II: Glossar. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

Sommertag (Klimaindikator)

An einem Sommertag ist die Maximaltemperatur 25°C oder höher. Die Anzahl Sommertage pro Jahr ist ein häufiger verwendeter Klimaindikator.

Stärkster 1-Tages-Niederschlag (Klimaindikator)

Dieser Klimaindikator gibt die maximale Niederschlagsmenge an, die an einem Tag pro Jahr fällt.

Strahlungsantrieb

Die Stärke von Treibern wird als Strahlungsantrieb quantifiziert. Der Strahlungsantrieb ist die von einem Treiber verursachte Veränderung im Energiefluss und wird an der Tropopause oder am oberen Ende der Atmosphäre gemessen. Quelle: IPCC 2014: Anhang II: Glossar. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

Tropennacht (Klimaindikator)

In einer Tropennacht sinkt die Temperatur nicht unter 20°C. Die Anzahl Tropennächte pro Jahr ist ein Klimaindikator für Hitze und Hitzestress.

Letzte Änderung 11.10.2018

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